Weltumsegelung
Tasmanien statt Tahiti

Susanne Huber-Curphey hatte am Freitag ihre Kurslinie gekreuzt und somit ihre Einhand-Nonstop-Runde auch nach TO-Statuten beendet. Nun steuerte sie Tasmanien an

  • Pascal Schürmann
 • Publiziert am 20.02.2019
Tasmanien statt Tahiti Tasmanien statt Tahiti Tasmanien statt Tahiti

E. Wilts Tasmanien statt Tahiti

Die Ingolstädterin Susanne Huber-Curphey hat ihren Nonstop-Törn um die Welt nach 251 Tagen auf See beendet. Vor wenigen Stunden hat sie, wie ihr Tracker zeigt, offenbar in einer kleinen Bucht am Südzipfel Tasmaniens unweit der Inselhauptstadt Hobart den Anker fallen gelassen. Der Stop kommt unerwartet, waren Beobachter nach den vorherigen Äußerungen Huber-Curpheys doch davon ausgegangen, dass sie ohne Halt bis Tahiti durchsegeln würde.

Dass die Einhandseglerin für Überraschungen gut ist, hat sie in den zurückliegenden Wochen und Monaten mehrfach bewiesen. Zuletzt verkündete sie, nicht wie die anderen Segler der Longue Route , an der sie teilnimmt, nach Europa zurückzukehren. Vielmehr erklärte die Einhandskipperin, kaum dass Kap Hoorn achteraus lag, dem Kielwasser Bernard Moitessiers folgen zu wollen – was ja auch der "logische" Kurs für die Longue Route sei.

E. Wilts Huber-Curphey auf ihrer "Nehaj", hier 2017 in Cambridge Bay während ihrer Einhand-Fahrt durch die Nordwestpassage

Moitessier war vor 50 Jahren beim damaligen ersten Golden Globe Race nicht ins Ziel nach England, sondern in die Südsee nach Tahiti gesegelt.

Also segelte auch Huber-Curphey seit Jahresbeginn statt nordwärts in den Atlantik weiter mit Kurs Ost, passierte zum zweiten Mal auf diesem Törn Südafrika und überquerte danach ein zweites Mal auch den Indischen Ozean. Dabei blieb sie stets südlich ihrer alten Kurslinie – bis vergangenen Freitag. Da befand sie sich südlich von Australien und querte ihr eigenes Kielwasser.

Damit war dann auch nach den offiziellen Statuten des Vereins Trans-Ocean die Weltumsegelung geschafft.

Über ihre Beweggründe, nun ausgerechnet in Tasmanien den Landfall zu machen, hat sich Huber-Curphey offiziell bislang nicht geäußert. Ebenso wenig über ihre Pläne für die Zukunft.

Gewiss hingegen ist: 33 Jahre nach Wilfried Erdmann ist es der 57-Jährigen gelungen, als Zweite unter deutscher Flagge die Welt einhand und ohne Halt zu umsegeln.


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