Minisegler
Sven Yrvind ist wieder unterwegs

Der Schwede, der durch mehrere Ozeanüberquerungen in Kleinstbooten bekannt geworden ist, segelt nun auf einem kanuartigen Boot nach Amerika

  • Johannes Erdmann
 • Publiziert am 19.08.2011

yrvind.com Sven Yrvind auf Testfahrten in den schwedischen Schären

Er ist der Daniel Düsentrieb der Segler. Der findige Tüftler aus Hunnebostrand hat bereits in den sechziger Jahren das Reisen auf kleinstmöglich konzipierten Schiffen für sich entdeckt. Yrvind, der früher einmal Lundin hieß, begann auf einem umgebauten Ruderboot. 1971 baute er dann seine sechs Meter lange "Bris", mit der er vier Jahre den Atlantik bereiste. Kurz vor Kap Hoorn kenterte das Boot. Mit schweren Schäden erreichte Yrvind zwei Monate später die Insel Tristan da Cunha im Südpolarmeer. Aufgrund der gesammelten Erfahrung baute er 1978 seine zweite "Bris" aus Aluminium, ebenfalls etwa sechs Meter lang. Damit umrundete er das Kap Hoorn.

In den achtziger Jahren folgten einige weitere spektakuläre Reisen in Minibooten, zum Beispiel eine Reise in der dritten "Bris" zweihand nach Neufundland. Das Boot maß nur 4,80 Meter und konnte mithilfe zweier umgebauter Fahrräder auf der Straße transportiert werden. Die YACHT berichtete über seine Reisen in Heft 02/84 und 17/91. Die Abenteuer haben ihn in Schweden bekannt gemacht, sodass ihn sogar die Königsfamilie einlud, persönlich von seinen Abenteuern zu berichten. Yrvind hält außerdem einen Eintrag im Guiness-Buch als Erfinder des kleinsten Sextanten der Welt. Er misst nur 23 mal 25 Millimeter.

yrvind.com Yrvinds erste "Bris" längsseits an der "Club Mediterrané", 1976

Ursprünglich sollte die Reise im neuen Boot Sven Yrvind durch den Southern Ocean nach Australien führen – auf einem Ost-West-Kurs herum ums Kap Hoorn. Inzwischen spricht er jedoch auf seiner Website von einer Reise nach Florida. Das Boot hat Yrvind mithillfe des bekannten Miniboot-Konstrukteurs Matt Layden konstruiert. Es weist bei einer Länge von 4,80 Metern nur 1,30 Meter Breite und 0,22 Meter Tiefgang auf.

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Am 29. Juli kam das Boot nach einer langen Trailerfahrt in Kinsale (England) zu Wasser. Kurz vor dem Start des Rolex Fastnet Race ging auch Yrvind von dort in See. "Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 2,5 Knoten werde ich 20 bis 30 Tage bis Madeira brauchen", erklärt er auf seiner Website. Ob das Boot vollkommen seetüchtig ist, wird sich auf dieser ersten Etappe zeigen. "Es wurde nur zehn Stunden in den schwedischen Schären getestet", schreibt er, "Ich hoffe, dass ich einen Weg finde, es zum Selbststeuern zu bringen und es nicht von Hand machen muss. Das Boot ist auch etwas schwerer als erwartet. Es wird spannend zu sehen sein, wie es die großen Wellen in der Biskaya wegsteckt."

Seine Reise kann per Tracker im Internet verfolgt werden: www.yrvind.com


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Themen: Kap HoornKleinstbootLundinMinibootReiseSven Yrvind

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