Weltumsegelung nonstop

Susanne Huber-Curphey: Einmal um die Welt ist nicht genug

Die deutsche Einhandseglerin auf Rundum-Törn will weitersegeln: anstatt nach Norden zurück, gen Osten in die Südsee – ganz wie Bernard Moitessier vor 50 Jahren

Kristina Müller am 02.01.2019
Tracker Huber-Curphey
Garmin Tracker

Die Position von Susanne Huber-Curpheys "Nehaj" am 1. Januar 2019

Susanne Huber-Curphey steht kurz davor, ihr eigenes Kielwasser zu kreuzen und zur ersten deutschen Nonstop-Weltumseglerin zu werden. Und damit nicht genug: Die erfahrene Einhandseglerin aus Ingolstadt mit zigtausend Meilen im Logbuch verspürt nach knapp über 200 Tagen auf See offenbar keinerlei Sehnsucht nach einem baldigen Landfall und will – wie Bernard Moitessier vor 50 Jahren – einfach weitersegeln.

Mitte Juni war Huber-Curphey in Portland an der US-Ostküste zur Teilnahme an der "Longue Route" aufgebrochen; einer Flottille um die Welt in Gedenken an die französische Segellegende Bernard Moitessier. Vor 50 Jahren hatte dieser beim ersten Einhand-Rennen um die Welt, dem Golden Globe Race 1968/69, seine Siegchancen freiwillig aufgegeben: Nachdem er Kap Hoorn passiert hatte, segelte er nicht zurück nach Europa, sondern weiter nach Osten und ging erst in Tahiti nach eineinhalb Nonstop-Weltumsegelungen wieder an Land. 

Das hat nun offenbar auch Susanne Huber-Curphey auf ihrer Aluminiumyacht "Nehaj" vor, wie der Veranstalter der Longue Route und Trans Ocean e.V. berichten. Der TO zitiert aus einer E-Mail Huber-Curpheys vom 29. 12. 2018:

"Es fehlt nur dieses Stückchen, um die eigene Kurslinie zu kreuzen und 388 Längengrade liegen im Kielwasser. Seit 2015 hat Nehaj 'fast' zweimal die Welt umrundet und ich ein viertes Mal. Grund genug, um zu feiern, nach Südafrika zu segeln und Nehaj und mich ein wenig zu verwöhnen (das Deck schrubben, Umarmungen und Gespräche mit lieben Menschen, einen Pfirsich zu essen oder sogar eine heiße Dusche)  – möchte man meinen.… wenn da nicht die 'USR' wäre!

Das ist meine Abkürzung der 'Unspeakable Route', die mir den Kopf verdreht: Also weiter nonstop Kurs Ost zu segeln, genau wie 'Joshua' vor 50 Jahren. Nehaj und ich sind uns einig, wir wollen die wirkliche 'La Longue Route' von Bernard Moitessier segeln! Uns beiden geht es prima und eigentlich ist diese Route doch ganz offensichtlich, oder etwa nicht?"

Susanne Huber-Curphey hat ihr Leben ganz dem Langfahrtsegeln verschrieben und beachtliche Erfahrung auf den Weltmeeren. Von 2007 bis 2011 umsegelte sie die Welt beispielsweise abseits der Barfußroute: einhand, jedoch auf parallelem Kurs mit ihrem Mann Tony Curphey, der ebenfalls allein segelte. Auch er hat sich der aktuellen "Longue Route" angeschlossen, befindet sich aber derzeit noch inmitten des Pazifiks. Über ihren Törn um die Welt als Paar veröffentlichte Susanne Huber-Curphey ein Buch im Delius Klasing Verlag. 2017 gelang ihr als erster Frau eine Einhand-Durchquerung der Nordwestpassage. Eine "normale" Nonstop-Weltumsegelung wäre angesichts ihrer vorherigen Abenteuer daher fast schon überraschend gewesen.

Kristina Müller am 02.01.2019

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