Ostseerevier

Sturmböen zum Saisonstart

Großeinsatz für die Seenotretter am vergangenen Wochenende. Kutter gesunken, Traditionssegler manövrierunfähig, Smakkejolle gekentert

Lasse Johannsen am 14.05.2013
die gesunkene Smakkejolle eines dänischen Seglers auf der Flensburger Förde

Die gesunkene Smakkejolle eines dänischen Seglers auf der Flensburger Förde

Die Saison beginnt mit dramatischen Meldungen aus der Leitstelle der Seenotretter vom Sonnabend, 11. Mai 2013. In der Nähe der Sagasbank südlich von Fehmarn sank ein ehemaliger Fischkutter im Schlepp eines Traditionsseglers – die Besatzung ist wohlauf. Zudem wurden in der Holnisenge der Flensburger Förde zwei Segler gerettet.

Smakkejolle gekentert

Kurz nach 19.30 Uhr hatte die Werner Kuntze von der Station Langballigau ein Notruf erreicht: Ein 5,5 Meter langes Segelboot aus dem dänischen Svendborg war in der Holnisenge in einer Gewitterbö gekentert. Die beiden dänischen Besatzungsmitglieder konnten sich auf der Bordwand über Wasser halten und wurden von einem in der Nähe fahrenden Motorboot aufgenommen. Die Seenotretter nahmen die leicht unterkühlten Segler später an Bord und versorgten sie mit trockener Kleidung. Den gekenterten Havaristen schleppten sie in die dänische Marina Minde ein.

Kutter gesunken

Die Besatzung des Seenotkreuzers Vormann Jantzen von der Station Großenbrode befreite den 27 Meter langen Traditionssegler "Hansine" gegen 20.30 Uhr aus einer misslichen Lage. Seine Besatzung hatte versucht, dem ausgemusterten Fischkutter "Anna" zu helfen, der nicht mehr aus eigener Kraft fahren konnte und "Wasser machte". Die "Hansine" hatte dabei eine Schleppleine in den Propeller bekommen und trieb manövrierunfähig in der Nähe der Sagasbank, sechs Seemeilen nordöstlich von Dahme.

Plötzlich erhöhte sich auch die auf der "Anna" eindringende Wassermenge sehr schnell, und das zwölf Meter lange Schiff begann zu sinken. Der vierköpfigen Crew der "Hansine" gelang es trotz der Havarie, die beiden von Bord der "Anna" gesprungenen Besatzungsmitglieder aus dem Wasser zu retten. Diese waren wohlauf und benötigten keine ärztliche Hilfe.

Als die "Vormann Jantzen" vor Ort eintraf, war der Fischkutter aber bereits gesunken. Den manövrierunfähigen Traditionssegler nahm der Seenotkreuzer längsseits und brachte ihn sicher in den Hafen von Burgstaaken auf Fehmarn.

Unheil auf Binnenrevieren

Ursache der Wettererscheinung war eine Kaltfront, die zu Windgeschwindigkeiten von bis zu 45 Knoten über Norddeutschland geführt hatte. Auch auf zahlreichen Binnenseen richtete die Front Unheil an. Allein auf dem Steinhuder und dem Zwischenahner Meer sind mehr als 50 Jollen gekentert, wie die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) berichtet.

Lasse Johannsen am 14.05.2013

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