Holyhead Marina

Sturm "Emma" zerstört 80 Boote in walisischem Hafen

Das Sturmtief, das am Wochenende zusätzlich zur Kältewelle auf Großbritannien traf, hat die Holyhead Marina in der Nähe von Liverpool besonders hart getroffen

Kristina Müller am 05.03.2018
Holyhead Marina
Sue Williams

Die Bilder gleichen einem Schlachtfeld: Mastspitzen und Rumpfteile ragen aus dem Wasser, Yachten und Arbeitsschiffe hängen am Ufer halb auf Land, halb im Wasser. Stege – oder besser das, was davon übrig ist – treiben umher. Von einem Hafen ist in der Holyhead Marina an der walisischen Küste, rund 150 Kilometer westlich von Liverpool, nicht mehr viel zu sehen, seit in der Nacht zu Freitag Sturmtief "Emma" über Großbritannien hinweggezogen ist.

Fotostrecke: Die zerstörte Holyhead Marina in Wales

Rund 80 Schiffe, die teils an Murings vertäut waren, teils an den Stegen lagen, wurden von Böen, die den Hafen mit Orkanstärke trafen, losgerissen und größtenteils zerstört, viele sanken. Laut Angaben der Küstenwache von Holyhead handelt es sich überwiegend um private Segelyachten, aber auch um einige Arbeitsschiffe. Auf Luftaufnahmen ist zu sehen, dass auch die "Team Pindar", ein bekannter Offshore-Racer, zu den betroffenen Booten zählt und an Land gespült wurde.

Holyhead marina

Die Holyhead Marina auf der digitalen Seekarte

"So eine Situation haben wir in diesem Hafen noch nie erlebt", sagte Marinabetreiber Geoff Garrod im Interview mit der "Daily Post". "Wir sind hier seit 18 Jahren in dem Hafen und dachten, wir hätten in der Zeit alles an Wetter erlebt, was es gibt. Aber so etwas noch nicht. Wir haben getan, was wir tun konnten. Aber als es dunkel wurde, wurde es zu gefährlich. Auf den Stegen war viel Eis, wir haben die Marina geschlossen und alle Leute rausgeholt." Verletzt wurde während des Sturms im Hafen niemand.

Die durch eine Mole nach Westen abgeschirmte Marina galt bisher als geschützt. Nach Nordosten ist sie allerdings geöffnet – aus ebendieser Richtung fegten die Böen mit Orkanstärke über das Muringfeld hinweg und in das Hafenbecken hinein. "Dazu kam eine Springtide", sagt Garrod.

Die Aufräumarbeiten haben mittlerweile begonnen, die Hafenbetreiber und die örtlichen Behörden arbeiten an einem Plan, wie es mit der Holyhead Marina weitergehen soll.

Kristina Müller am 05.03.2018

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