Neue Verordnung

Strengere Regeln für Biozide gegen Dieselpest

Grotamar und ähnliche Additive gegen den gefürchteten Bewuchs im Tank dürfen ab Dezember nicht mehr verkauft werden

Michael Rinck am 24.09.2018
Dieselfilter 2008 KAn_KA20080513D08
YACHT/K. Andrews

Dieselfilter mit Wasserabscheider: Gelangt Wasser in den Tank, können sich an der Grenzschicht zwischen Wasser und Kraftstoff Organismen bilden – die Dieselpest. Vorbeugen können Segler mit speziellen Bioziden

Grotamar und andere Biozide, die die Entstehung der sogenennten Dieselpest im Kraftstoff verhindern sollen, dürfen ab dem 1. Dezember dieses Jahres nicht mehr an Privatkunden verkauft werden. Grund ist eine Ergänzung der EU-Chemikalienverordnung, auch REACH-Verordnung genannt, die die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien in der EU regelt. Diese Ergänzung tritt am 1. Dezember 2018 in Kraft und verbietet den Verkauf von MBO, einem der Wirkstoffe in Additiven wie Grotamar. Grund ist die mögliche krebserregende Wirkung des Formaldehyd-Abspalters MBO. 

Bei der Firma Schülke, Hersteller von Grotamar, heißt es, dass Werften und Bootstankstellen das Additiv noch anbieten und direkt in den Tank des Kunden geben könnten. Die neue Verordnung beschränke nur die Abgabe an Privatkunden. Eine Alternative zu Grotamar mit MBO gibt es derzeit nicht.

Besonders Segler verbrauchen meist sehr wenig Diesel. Durch die lange Lagerung können sich im Kraftstoff Organismen bilden, die Filter und Einspritzdüsen verstopfen. Diese Dieselpest entsteht bevorzugt in Biodiesel, Abhilfe boten bisher spezielle Additive, die das Wachstum der Organismen verhinderten. 

Für Segler, die ihren Dieseltank über die Wintersaison vor der Dieselpest schützen wollen, ist es ratsam, sich vor dem Inkrafttreten der neuen Verordnung noch mit einem Biozid einzudecken. Da schon geringe Mengen für eine Tankfüllung ausreichen, hält selbst eine kleine Fasche mehrere Saisons. 

Eine andere Möglichkeit ist der Verzicht auf Kraftstoff mit Biodieselanteil. So sind etwa V-Power von Shell und Ultimate von Aral länger lagerfähig. Außerdem gibt es speziell für Segler synthetischen Diesel, der Problemen mit Dieselpest vorbeugen soll. C.A.R.E.-Diesel etwa kann in zehn Häfen an der Ostsee und an insgesamt 22 Standorten in Deutschland getankt werden. Trotzdem sollte der Diesel im Tank vor dem ersten Auffüllen mit C.A.R.E.-Diesel mit einem Biozid gegen Dieselpest behandelt werden, da immer etwas alter Kraftstoff mit Bioanteil im Tank verbleibt. 

Übersichtskarte mit C.A.R.E.-Dieseltankstellen

Michael Rinck am 24.09.2018

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