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Stahlyacht nach Wassereinbruch auf dem Atlantik aufgegeben – Teil 2

Der Vorfall ereignete sich gut 160 Seemeilen vor A Coruña. Ein Helikopter der spanischen Seenotrettung nahm die Crew auf, ein Video zeigt die Aktion

  • Kristina Müller
 • Publiziert am 13.10.2020
Die Van de Stadt Norman 40 "Milu", die ihr Eigner für Langfahrt ausgerüstet hatte Die Van de Stadt Norman 40 "Milu", die ihr Eigner für Langfahrt ausgerüstet hatte Die Van de Stadt Norman 40 "Milu", die ihr Eigner für Langfahrt ausgerüstet hatte

privat/M. Hunsdiek Die Van de Stadt Norman 40 "Milu", die ihr Eigner für Langfahrt ausgerüstet hatte

Wir versuchten Schiffe zu erreichen, um technische Hilfe anzufordern. Auf dem Berufsschifffahrts-AIS Jotron TR 8000 sah ich in zehn Seemeilen Entfernung den dänischen Tanker ‚Nord Superior’. Nach erfolgreicher Kontaktaufnahme baten wir ihn, Kontakt mit der Küstenwache aufzunehmen wegen der technischen Hilfe.

Nach einiger Zeit stellten wir fest, dass wir trotz der Pumpen noch zirka vier Stunden Zeit haben würden, wenn das Wasser weiterhin so ins Schiff dringen würde.

Wir machten nun aus der Bitte um technische Hilfe einen DSC-Notruf, der dann auch von der ‚Nord Superior’ weitergeleitet wurde. In der Zwischenzeit hatte der Tanker gedreht und war zu uns gelaufen.

Zur Not hätten wir noch über Kurzwelle die Rettungsleitzentrale in Bremen erreicht oder die Epirb aktiviert. Ein Iridium-Telefon und die Rettungsinsel waren auch einsatzbereit.

Die Küstenwache schickte auf Grund der Entfernung einen Helimar 402. Gegen 16 Uhr bekamen wir durch den Tanker die Information, dass der Hubschrauber zirka 70 Minuten braucht. Er meldete uns auch, dass sein Rettungsboot klar zum Fallen sei, falls der Hubschrauber es nicht rechtzeitig schaffen würde, uns aufzunehmen.

Um 17.15 Uhr schließlich nahm der Hubschrauber über Kanal 6 mit uns Kontakt auf. Über Kanal 16 blieben wir mit dem Tanker in Kontakt. Die Helikopter-Crew wies uns an, dass wir das Segel bergen und den Motor stoppen sollten, sobald er in Sicht käme.

Kurze Zeit später schwebte der Hubschrauber über uns. Für uns bedeutete das: noch einmal die Rettungswesten kontrollieren und die Lifebelts abnehmen. Einer nach dem anderen sprang ins Wasser und nur gut 15 Minuten später saßen wir alle im Hubschrauber.

Der Flug nach A Coruña dauerte wieder gut 70 Minuten, dabei musste eine Gewitterzelle umflogen werden.

Nach der Landung wurden wir sehr gut versorgt, konnten heiß duschen und bekamen einen Notfallrucksack mit allem Nötigen darin. Als wir getrocknet und umgezogen waren, bedankten wir uns nochmals bei der Rettungscrew. Sie erzählte uns, dass es in der Gegend auch Wal-Angriffe auf Yachten gebe, sie hätten drei Tage vor uns bereits die Besatzung von drei Yachten abgeborgen."

privat/M. Hunsdiek Crew (Mitte) und Retter zurück an Land

Die Schifffahrt wurde nach dem Rettungsmanöver vor der treibenden Yacht gewarnt, die mittlerweile wohl längst gesunken ist. 

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