Fahrtensegeln

Spannende Segelreisen ausgezeichnet

Die Kreuzer-Abteilung des DSV hat auf ihrem traditionellen Fahrtenseglerabend in Berlin die herausragendsten Mitglieder-Törns der vergangenen Saison prämiert

Pascal Schürmann am 24.03.2019
Küstenpreis Fahrtenwettbewerb Kreuzerabteilung DSV 2019 PR_Plauer See
DSV/privat

Theda und Eckhard Kruse, Gewinner des Küste-Preises 2019

Im Bärensaal des Alten Stadthauses in Berlin konnten sich gestern Abend insbesondere sieben Crews über eine Auszeichnung mit einem der begehrten Wanderpreise freuen. Darüber hinaus wurden zwei Sonderpreise vergeben. Auf die Vergabe der traditionell renommiertesten Auszeichnung, dem Commodore-Preis, verzichtete die Jury indes ebenso wie auf eine Auszeichnung mit der Silbernen Möwe, dem wichtigen Jugendpreis.

Insgesamt hatten sich 88 Crews um einen der Preise und Medaillen beworben. Ausgezeichnet wurden Fahrten in den fünf Kategorien Hochsee, See, Küste, Binnen und Jugend mit Gold, Silber und Bronze. Lediglich fünf Crews gingen leer aus; sie wurden von der zehnköpfigen Jury mit "teilgenommen" bewertet. Für die übrigen gab es 27-mal Gold, 35-mal Silber und 17-mal Bronze. 

"Trotz der vielen guten Reisen gab es im Vergleich zu den Vorjahren wenig wirklich außergewöhnliche Fahrten. Aus diesem Grunde votierte die Jury einstimmig dafür, die höchste Auszeichnung der DSV Kreuzer-Abteilung, den begehrten Commodore-Preis, in diesem Jahr nicht zu vergeben. Gleiches gilt für die beste Jugendreise, die Silberne Möwe", heißt es in einer Mitteilung der Kreuzer-Abteilung. "Viele mögen das schade finden, es dient aber der Qualitätssicherung", erläuterte Gabriele Thiele, die Vorsitzende der Jury, die ungewöhnliche Entscheidung.

Die diesjährigen Preisträger der Wanderpreise:

Age-Nissen-Preis: Der Preis für die beste Nordseereise geht an Jörg Lehmann, der mit der "Kreuz As blue" in 122 Tagen die anspruchsvollen Gewässer der britischen Inseln umrundete und stattliche 3.446 Seemeilen zurücklegte, davon allein 2.385 unter Segeln. Gerade die großen Distanzen und der hohe Segelanteil haben die Jury überzeugt.

Ostseepreis: Als beste Reise im Bereich Ostsee wurde die Fahrt von Corinna und Dr. Peter Cramer gewertet. Mit ihrer 11 Meter langen "Freya" waren sie von Stralsund aus Richtung Stockholm gestartet und hatten nach 35 Tagen sportliche 1650 Meilen geloggt, davon 1138 unter Segeln. Bestochen hat dieser Törn neben der professionellen Vorbereitung und Nachbereitung durch seine sportliche Durchführung, die ein sehr hohes Maß an Seemannschaft zeigt.

Ostseepreis Fahrtenwettbewerb Kreuzerabteilung DSV 2019 PR_IMG_3205

Corinna und Dr. Peter Cramer, Gewinner des Ostsee-Preises 2019

Arthur-Doerwaldt-Preis: Rainer Benz und Gisela Zimmermann waren zu zweit einen Monat mit ihrem Folkeboot "Hulda" unterwegs und erhielten für ihre Fahrt von Dabitz via Fehmarn und über die Eider bis nach Wyk auf Föhr und zurück durch den Limfjord den Arthur-Doerwald-Gedächtnis-Preis, der die beste Fahrt eines Bootes unter zehn Meter Länge würdigt. Gerade auch die Eigner von kleinen Booten als positive Beispiele hervorzuheben ist den Jurorinnen und Juroren wichtig, in diesem Fall die "Hulda".

Küste-Preis: Theda und Eckhard Kruse segelten ausgehend von Plau am See über Usedom und Rügen küstennah bis nach Wolgast und in die Peene hinein. Bei diesem nachahmenswerten Törn stand der Erholungsfaktor im Mittelpunkt, weniger das Meilenreißen. Die profunde Vor- und Nachbereitung sowie die seemännisch gelungene Durchführung haben die Jury beindruckt, weshalb der Törn mit dem Küsten-Preis honoriert wurde.

Fluss-Seen-Preis: Ute und Stefan Sendtner-Voelderndorff aus dem Spandauer Yacht Club waren mit der Hansejolle "Sausebraus" auf Binnengewässern unterwegs. Der Törn mit dem rudimentär ausgestatteten und nur 5,85 Meter langen Boot erinnerte ein wenig an die legendäre Fahrt von Wilfried Erdmann ("Ein deutscher Segelsommer") und erhielt in diesem Jahr den Fluss- und Seen-Preis der DSV Kreuzer-Abteilung für die beste Reise im Binnenbereich.

Motorpreis: Dr. Gisela Boehmer-Ziegenspeck und Prof. Jörg Ziegenspeck waren auch dieses Jahr wieder mit ihrem Stahlverdränger "Nordlicht II" unterwegs. Nach ihren Törns Rund England in den Vorjahren legten sie 2018 mit der Yacht vom Typ Luna 34 in 35 Fahrtagen 306 Meilen in der Ostsee zurück. Damit errangen sie auch in diesem Jahr wieder den Motorpreis der DSV Kreuzer-Abteilung.

Familienpreis: Der Familienpreis wurde der Familie Haverkamp zugesprochen, die mit ihrer Dehler 37 "Moki" von Großenbrode aus über das Kattegat und Skagerrak stattliche 1508 Meilen zurücklegten. Vorbildlich war, wie die Kinder dabei in das Bordleben integriert wurden und im Laufe der Reise mehr und mehr Aufgaben übernahmen. Der gelungene Törn der KA-Mitglieder wurde mit dem Familienpreis geehrt, der mit 1.000 Euro für die Bordkasse dotiert ist.

Sonderpreis: Außerhalb der renommierten Wanderpreise hat sich die Jury in diesem Jahr entschlossen, die Jugend-Flottillen-Fahrt des Akademischen Segelvereins Greifswald zu prämieren. Unter der Ägide der drei Skipper Marie-Christine Müller, Jan Bollmann und Kai Sommer fuhren die "Thetis" und die "Stubber" mit jungen Seglern von Greifswald bis nach Kopenhagen und zurück. Dabei standen die Ausbildung und das Naturerleben im Vordergrund, weshalb die Jury sich zur Vergabe des Sonderpreises entschloss.

Außerdem wurde ein Umwelt-Sonderpreis vergeben, und zwar an Dr. Jens Müller und Ben Ole Grabler, die sich während ihres Törns der Blaualgen-Problematik in der Ostsee gewidmet hatten.

Pascal Schürmann am 24.03.2019

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