Weltumsegler

Soloseglerin Asia Pajkowska steht mit "Fanfan!" am Kap Hoorn

Die Polin, die mit der alten Yacht von Weltumsegler Uwe Röttgering unterwegs ist, hat auf ihrem Nonstop-Törn das letzte große Kap erreicht

Pascal Schürmann am 14.02.2019
Asia Pajkowska Portrait 2018 priv_DSC06848
Alek Nebelski

Asia Pajkowska

Der Südpazifik hat es Asia Pajkowska, 60, alles andere als leicht gemacht. Immer wieder sind in den zurückliegenden Wochen schwere Sturmtiefs durchgezogen. Vor ein paar Tagen wurde ihr Boot von Wind und Wellen derart heftig hin und her geworfen, dass die Polin schwer stürzte und sich an den Rippen verletzte. Nur mithilfe starker Schmerzmittel habe sie danach weitersegeln können, heißt es in einer Meldung auf ihrer Website. Mittlerweile hätten die Schmerzen aber nachgelassen.

Die Skipperin ist stürmische Bedingungen gewohnt. 2017 segelte sie gemeinsam mit dem Berliner Uwe Röttgering das Twostar von Ost nach West über den Nordatlantik. Die beiden gehörten damals zu den wenigen, die es überhaupt ins Ziel schafften. Die meisten anderen mussten infolge schwerer Stürme aufgeben.  

Pajkowska, die mit Röttgerings alter 40-Fuß-Aluyacht "FanFan!" unterwegs ist, die Welt einhand und nonstop zu umsegeln, hat aktuell das letzte der großen Kaps erreicht; sie steht am Kap Hoorn. In Kürze kann sie auf Nordkurs gehen und hat dann "nur" noch den Atlantik vor sich, um ihre Reise erfolgreich zu beenden. Gestartet war sie Ende September an der südenglischen Küste. 

Die 60-Jährige hat 2008/09 bereits eine Weltumsegelung auf einer Mantra 28 absolviert. Schon dieser Törn sollte ohne Stopp erfolgen, damals musste sie jedoch in Südafrika einen Hafen anlaufen.

Nonstopper-Karte

Die Positionen der Nonstop-Weltumsegler am 14. Februar 2019

Huber-Curphey hat den Indik zum zweiten Mal achteraus

Auch die anderen Weltumsegler kommen derzeit gut voran. So berichtet beispielsweise Susanne Huber-Curphey, die an der gegenwärtigen Longue Route teilnimmt, dass sie den Indischen Ozean diesmal zwei Wochen schneller hinter sich gelassen hat als noch einige Monate zuvor. Momentan steht sie mit ihrer "Nehaj" südlich von Australien.

Dass die seit Kurzem erste deutsche Einhand- und Nonstop-Weltumseglerin gleich zweimal während einer Reise den Indik überquert, ist ihrer Entscheidung geschuldet, nicht nach Europa zurückzukehren, sondern wie einst Bernard Moitessier die Südsee anzusteuern. Von Tahiti, Moitessiers erstem Stopp nach seiner eineinhalbfachen Weltumsegelung, trennen die aus Ingolstadt stammende Seglerin noch zirka 4500 Seemeilen.

Ihr Ehemann, der Brite Tony Curphey, der gleichfalls an der Longue Route teilnimmt, folgt ihr offenbar nicht. Nachdem er vor einigen Wochen Kap Hoorn passiert hatte, bog er ab in den Südatlantik gen Norden und wird wohl seinen Starthafen in England als Ziel anlaufen. Momentan befindet er sich mit seiner "Nicola Deux" auf der Höhe von Uruguay.

Jeanne Socrates hat nach Kap Hoorn auch das Kap der Guten Hoffnung passiert

Die Britin Jeanne Socrates, die gleichfalls erneut unterwegs ist, die Welt allein und ohne Halt zu umsegeln, hat derweil das Kap der Guten Hoffnung hinter sich gelassen. Gestartet war sie in der Nähe von Vancouver und hatte Mitte Dezember Kap Hoorn passiert.

Schafft Socrates es tatsächlich erneut, ohne Stopp zurück in ihren Ausgangshafen zu segeln, würde sie in die Fußstapfen des jüngst gekürten Gewinners des Golden Globe Race 2018 treten: Jean-Luc Van Den Heede. Der hatte nämlich nicht nur die Wiederauflage des vor 50 Jahren gestarteten ersten Weltumsegelungsrennens gewonnen. Mit seinen 73 Jahren löste er auch den bis dahin amtierenden Japaner Minoru Saito als ältesten Menschen ab, der die Welt allein ohne Stopp unter Segeln umrundet hat.

Saito hatte 2004 seine Nonstop-Runde mit 71 Jahren absolviert. Die Britin Socrates ist 76 Jahre alt.

Randall Reeves hält zum zweiten Mal aufs Kap Hoorn zu

Außer einer Handvoll weiterer Teilnehmer des gegenwärtigen Golden Globe Race beziehungsweise der Longue Route ist auch noch der US-Amerikaner Randall Reeves gut auf Kurs. Er segelt die magische Acht, sprich, erst eine Runde um die Antarktis und dann um den gesamten nord- und südamerikanischen Kontinent.

Moli im Südpazifik

Die "Moli" von Randall Reeves vor wenigen Tagen im Südpazifik

Vor wenigen Tagen hat Reeves Neuseeland passiert und steuert nun auf seiner Reise zum zweiten Mal aufs Kap Hoorn zu. Anschließend ginge es für ihn gen Norden über den gesamten Atlantik Richtung Labradorsee, um danach via Nordwest-Passage in den Pazifik zurückzukehren. Ob die Eislage dies im kommenden Sommer zulässt, ist indes fraglich. Reeves' Boot immerhin, die "Moli", ist dafür gemacht. Mit ihr war vor vielen Jahren schon Clark Stede im arktischen Eis unterwegs. Damals hieß das Schiff noch "Asma".

Pascal Schürmann am 14.02.2019

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