Rekordversuch
"Sodebo" verpasst die Bestzeit

Thomas Coville hat mit seinem 105-Fuß-Tri die Welt in rund 60 Tagen einhand umrundet. Aber der Durchschnitt von 19,57 Knoten war zu langsam

  • Carsten Kemmling
 • Publiziert am 20.01.2009

Sodebo Der 105-Fuß-Tri "Sodebo"

Thomas Coville konnte seine Tränen nicht zurückhalten, als er in Brest seine Weltumrundung Revue passieren ließ. Die Enttäuschung, der Druck, die Belastungen der vergangenen Tage auf See brachen aus ihm heraus.

„Sodebo“ benötigte 59 Tage und 21 Stunden, für die Non-Stop-Einhand-Weltumrundung, 2 Tage und 7 Stunden mehr als Rekordhalter Francis Joyon.

Dabei legte der 105 Fuß lange Maxi-Trimaran 1725 Meilen mehr als der virtuelle Gegner zurück, der die Strecke ein Jahr zuvor bewältigt hatte. Besonders die Umseglung des ausgeprägten St Helena Hochs bei der Ausfahrt des Atlantiks hatte den Umweg nötig gemacht.

Coville legte insgesamt 28125 Meilen zurück und erreichte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 19,57 Knoten. Joyon hatte einen Durchschnitt von nur 19.1 Knoten zu verzeichnen.

Schon die Passage der Doldrums ließ „Sodebo“ ins Hintertreffen geraten. Sie verlor 250 Meilen auf „Idec“. Im Süd-Atlantik kam der Herausforderer am neunten Tag zwar wieder bis auf 27 Meilen heran, aber das blieb der geringste Abstand.

Am Kap der Guten Hoffnung lag er mehr als einen Tag zurück. Da hatte er zwar schon die Vendeé-Globe-Flotte überholt, die neun Tage vor ihm gestartet war, aber das tröstete wenig.

Es folgte ein Tag mit einem 236-Meilen-Etmal, was für einen 100-Fuß-Multi nahezu Stillstand bedeutet. Das Defizit zum Rekord wuchs auf 1000 Meilen. Aber schon kurz danach zeigte Coville mit dem 24-Stunden-Einhand-Rekord das Potenzial der „Sodebo“.

Der Tri schraubte das Etmal auf 628.5 Meilen. Das entspricht einem Durchschnitt-Speed von 26.19 Knoten. Er brach damit den eigenen Wert von 619 Meilen aus dem Vorjahr.

Trotzdem erreichte er Neuseeland mit einem Rückstand von über 2000 Meilen. Aber der Franzose kämpfte. Und 5000 Meilen vor dem Ziel bei Brest war er wieder in Reichweite. Nur 300 Meilen Rückstand schürten die Hoffnung auf ein Comeback.

Doch wieder hatte er wenig Glück bei der Doldrum-Passage. Ein Tief mit 40 Knoten Wind hätte den Rekord noch retten können. Aber Coville erreichte es nicht mehr.


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Themen: Sodebo

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