Seenotfälle
Skipper verschollen trotz Sucheinsatz

Notfälle auf der Ostsee: Segler in der Lübecker Bucht vermisst +++ Segelboot sinkt vor Großenbrode +++ Wassereinbruch auf segelndem Kutter

  • Kristina Müller
 • Publiziert am 13.09.2016

Klaus Andrews Ein SAR-Hubschrauber und ein Überwachungsflugzeug waren an dem Einsatz am Sonntag beteiligt. Der vermisste Segler wurde nicht gefunden (Symbolbild)

Rettungsaktionen für Segler und ihre Boote gingen am vergangenen Wochenende teils tragisch, teils glimpflich aus: Der Skipper einer Charteryacht gilt seit Sonntagmittag als vermisst, zwei Segler konnten von ihrem sinkenden Boot vor Großenbrode gerettet werden, und Wassereinbruch ließ einen umgebauten Kutter beinahe auf Tiefe gehen.

Segler in der Lübecker Bucht vermisst

Am Sonntagvormittag wurde der Wasserschutzpolizei in Travemünde eine führerlos treibende Segelyacht in der Lübecker Bucht gemeldet. Das 8,65 Meter lange Boot trieb zirka zwei Seemeilen südlich von Pelzerhaken, als Besatzungsmitglieder eines Seenotrettungskreuzers es betraten. Es befand sich niemand an Bord, der 7-PS-Motor lief. An Bord vorgefundene Papiere und Gegenstände deuteten auf einen 32-jährigen Mann aus Stuttgart hin, der das Boot am Samstag als Charteryacht übernommen hatte.

An der folgenden, über die Seenotleitung Bremen koordinierten Suchaktion in der Neustädter Bucht waren unter anderem sechs Wasserfahrzeuge verschiedener Einrichtungen und Behörden sowie ein Hubschrauber und ein Überwachungsflugzeug beteiligt.

Am späten Mittag wurde die Suche ergebnislos abgebrochen, die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen. Das Segelboot wurde in einen nahegelegen Hafen geschleppt und seitens der Wasserschutzpolizei sichergestellt.

Segelboot sinkt vor Großenbrode – Crew gerettet

Mehr Glück hatten zwei Segler am Samstagabend auf der Ostsee vor Großenbrode: Nachdem ihr 6,50 Meter langes Boot gesunken war, harrten sie auf den aus dem Wasser ragenden Teilen aus. Mit Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr Großenbrode half die Besatzung des Seenotrettungsbootes aus Heiligenhafen den beiden Hamburgern aus ihrer misslichen Lage.

Zwischen den Orten Großenbrode und Großenbroderfähre war ihr Boot nach Grundberührung im steinigen Küstenvorfeld etwa 100 Meter von Land entfernt gesunken. Da die Wetterbedingungen mit 3 Beaufort aus Nordost gut waren, könnte die Ursache für die Grundberührung und das dadurch entstandene Leck an mangelnder Törnplanung liegen, vermutet Ralf Baur, Sprecher der Seenotretter.

An der Rettungsaktion war neben DGzRS und Wasserschutzpolizei auch die Freiwillige Feuerwehr Großenbrode beteiligt. Aufgrund der Nähe zum Land und der geringen Wassertiefe von 60 bis 70 Zentimetern konnte lediglich das Schlauchboot der Feuerwehr die beiden Schiffbrüchigen erreichen. Die Feuerwehrleute holten die Hamburger von dem gesunkenen Segelboot und übergaben sie an den Rettungskreuzer, wo die unter Schock stehenden Segler versorgt wurden. Aufgrund der guten körperlichen Verfassung der beiden Männer war weitere medizinische Hilfe nicht notwendig. Das Rettungsboot brachte die Schiffbrüchigen nach Heiligenhafen. Das gesunkene Segelboot musste aufgegeben werden.

Wassereinbruch auf Kutter

Glimpflicher ging dagegen der Wassereinbruch auf einem umgebauten Fischkutter am Freitagabend aus. Im Greifswalder Bodden südwestlich der Halbinsel Mönchgut war es auf dem zum Segler umgebauten 15 Meter langen Holzkutter "Siddhartha" zu starkem Wassereinbruch gekommen – das Schiff mit zwei Frauen und zwei Männern an Bord drohte zu sinken. Mit Bordmitteln konnte die vierköpfige Besatzung den Wassereinbruch nicht stoppen.

Der Besatzung des Seenotrettungskreuzers "Eugen" gelang es schließlich, den Wassereinbruch unter Kontrolle zu bekommen. Bei unruhiger See und westlichen Winden der Stärke 3 bis 4 wurde der Kutter unter Einsatz der Lenzpumpen in den Hafen von Freest geschleppt.

Seenotretter Mit dem Seenotrettungskreuzer "Eugen" wird der Holzkutter mit starkem Wassereinbruch nach Freest geschleppt 


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