Havarie
Skipper rettet erst Hund, dann Ehefrau

Nach der Strandung ihrer Yacht setzte der Eigner klare Prioritäten: Zunächst brachte er das Tier an Land, die Ehefrau ließ er an Bord zurück

  • Pascal Schürmann
 • Publiziert am 08.08.2013

NSRI; C. Anley Die im Sturm gestrandete Yacht. Oben links der Skipper mit seinem geliebten Hund

Südafrikanische Seenotretter berichten über einen eher ungewöhnlichen Einsatz: Die 36-Fuß-Segelyacht eines südafrikanischen Ehepaars war am frühen Morgen des vergangenen Sonntags auf die Klippen der Transkei-Küste 450 Kilometer nördlich der Stadt East London geworfen worden. Die beiden Segler waren auf einem Törn nach Madagaskar, als sie in einen Sturm gerieten und in bis zu sieben Meter hohen Wellen die Kontrolle über ihr Boot verloren hätten. Rasch sei es an die Küste gespült worden, etwa auf halbem Weg zwischen Kapstadt und Durban.

Dem Skipper sei es noch gelungen, einen Notruf abzusetzen. Dann sei entschieden worden, das von den Wellen immer weiter auf die Felsen gedrückte Boot unverzüglich zu verlassen. Doch statt zunächst seine Frau in Sicherheit zu bringen, habe er als Erstes seinen geliebten Jack Russell Terrier Rosie gepackt und sei mit ihm an Land geschwommen. Dies habe er gegenüber den Seenotrettern freimütig erzählt.

Erst danach habe er sich um seine Gattin gekümmert und auch diese von der havarierten Yacht geholt. Um während der Wartezeit nicht über Bord zu gehen, sei sie mit der Leine ihres Lifebelts an der Steuersäule festgebunden gewesen. An Land habe der Mann dann einen weiteren Notruf per Handy abgesetzt, sodass wenige Minuten später ein Rettungshubschrauber vor Ort war. Der brachte die Frau und den Hund zur nächsten Rettungsstation. Der Skipper blieb beim Boot, um die Bergung zu organisieren.

Alle drei hätten das Unglück körperlich unversehrt überstanden. Nicht zuletzt deshalb, so betonen die Seenotretter , weil alle, auch der Bordhund, eine Rettungsweste getragen hätten.

In diversen Internetforen wurde nach Bekanntwerden des Falls mit spöttischen Kommentaren hinsichtlich des Verhaltens des Skippers  nicht gespart. Insbesondere auch deshalb, weil bekannt wurde, dass der Skipper selbst 22 Jahre lang als ehrenamtlicher Seenotretter aktiv gewesen war. So wurde unter anderem geulkt, dass je nach Temperament der Ehefrau die körperliche Unversehrtheit ihres Gatten nach diesem Vorfall vielleicht doch nicht mehr lange gegeben sein könnte.


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Themen: BordhundHavarieSeenotStrandungSüdafrikaTeaser19_2013Unglück

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