Golden Globe Race 2018

"Sie werden um jede Meile kämpfen"

17 Skipper sind zur Nonstop-Regatta um die Welt gestartet. Sie segeln wie Knox-Johnston und Moitessier vor 50 Jahren: nur mit Papierkarte und Sextant

Kristina Müller am 02.07.2018
Golden Globe Race 2018 – der Start
Tim Bishop

"Mehr passt nicht an Bord, nun muss ich wirklich los, sonst wird der Freibord zu gering", sagt Mark Sinclair und lacht. Ein letztes Winken, dann legt er im Getümmel des Hafens von Les Sables d’Olonne ab. Als einer von 17 Skippern – 16 Segler und eine Seglerin – ist der 59-jährige Australier am gestrigen Sonntag zum Golden Globe Race 2018 gestartet. Rund 30.000 Seemeilen um die Welt liegen vor ihm, allein und nonstop, so wie einst beim ersten Golden Globe Rennen von 1968, bei dem Robin Knox-Johnston nach 312 Tagen als erster Mensch allein den Globus unter Segeln umrundete.

Neun bis zehn Monate werden die Einhandsegler voraussichtlich unterwegs sein. "Und so wie sie den Start gesegelt sind, wird dabei um jede Meile gekämpft", meldet der australische Veranstalter des Retro-Rennens um die Welt, Don McInytre, kurz nach dessen Beginn am Mittag des 1. Juli.

Fotostrecke: Golden Globe Race 2018 – der Start

Der Franzose Phliipp Péché überquerte die Linie mit seiner Rustler 36 "PBR" als Erster, nachdem Sir Robin Knox-Johnston auf seiner "Suhaili" den Startschuss gegeben hatte. Der 57-jährige Péché, mehrfacher Weltumsegler, gilt als einer der aussichtsreichsten und ehrgeizigsten Teilnehmer. Bekannte Segler der französischen Hochseeszene waren nach Les Sables d’Olonne gekommen, um ihn und die übrigen Skipper zu verabschieden, unter ihnen Loïck Peyron. 

"Trotz all der Auflagen, die das Rennen mit sich bringt, sind die Boote komfortabler und besser ausgerüstet als vor 50 Jahren. Und dennoch muss man sich erstmal aufmachen", so Peyron. Nicht alle gaben sich so gelassen wie Sinclair. "Um ehrlich zu sein, da ist schon etwas Angst und Nervosität", gesteht Kevin Farebrother, 50, aus Australien kurz vor dem Start. Menschenmassen an Land und zahlreiche Begleitboote auf dem Wasser verfolgten den Aufbruch der Abenteurer.

Vor den Skippern liegt nun die Biskaya, bevor sie schon in gut zehn Tagen am ersten Wegepunkt der Weltumsegelung erwartet werden: Vor Lanzarote werden sie dicht unter Land segeln, um Filmmaterial und Briefe zu übergeben – Kommunikation eben ganz wie vor 50 Jahren.

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Kristina Müller am 02.07.2018

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