Insel Riems
Seglerverein wird rausgeschmissen

Um sein bislang verpachtetes Gelände nutzen zu können, drangsaliert ein Investor die dort ansässigen Wassersportler

  • Lasse Johannsen
 • Publiziert am 06.12.2016
Die DSGVO betrifft alle Vereine, egal, ob binnen oder an Nord- oder Ostsee Die DSGVO betrifft alle Vereine, egal, ob binnen oder an Nord- oder Ostsee Die DSGVO betrifft alle Vereine, egal, ob binnen oder an Nord- oder Ostsee

Riemser Seglerverein Die DSGVO betrifft alle Vereine, egal, ob binnen oder an Nord- oder Ostsee

Mitte 2016 wurde das Gelände an der Gristower Wiek bei Greifswald verkauft, auf dem der Riemser Seglerverein seit 1949 ansässig ist und das die Mitglieder seit der Wende zu günstigen Konditionen pachten konnten. Käufer ist die Firma A4res Group GmbH , ein Immobilienunternehmen aus Bautzen. Geplant sind Wohnungen und Infrastruktur in großem Stil, weite Teile des Dorfes Riemserort wurden dafür vom Investor erworben.

Auf das Pachtverhältnis mit dem Segelverein – er läuft noch bis 2019 – wirkt sich der Verkauf zwar grundsätzlich nicht aus. Doch der Investor behauptet nun, die Segler würden ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommen, weil sie das Gelände verlottern ließen. Er hat ihnen mit dieser Begründung die Kündigung ausgesprochen, die, wenn sie wirksam wäre, sofortige Wirkung hätte.

Segler widersprechen heftig

Dem widersprechen die Segler heftig. Man habe sich als Verein in der Vergangenheit um den Erhalt des Geländes gekümmert, Investitionen in das Vereinsheim seien Sache der Verpächterin gewesen, der Baubetreuungsgesellschaft Neubrandenburg mbH – die jedoch nichts investierte, insolvent wurde und schließlich an die Bautzener verkaufte, weil der Verein den geforderten Kaufpreis von einer knappen Million Euro nicht zu zahlen in der Lage war.

Der Investor schafft seit dem Erwerb nun bereits Tatsachen, obwohl die Rechtsfrage, ob er mit sofortiger Wirkung kündigen konnte, noch gar nicht geklärt ist. Trotzdem wurde der Strom abgeschaltet, das Gelände gesperrt, die eingelagerten Boote und Yachten sollen bis zum Jahresende aus dem Winterlager entfernt werden, und der Seglerverein soll Schadensersatz für unterbliebene Investitionen in das Gebäude zahlen.

Strom abgeschaltet, Gelände versperrt

Mittlerweile findet der Fall Beachtung in der überregionalen Presse und im NDR-Fernsehen. Außergerichtliche Vergleichsangebote der Segler wurden ausgeschlagen. Die Sache wird nun rechtskräftig entschieden werden müssen. Außerdem fürchten die Segler eine Räumungsklage, falls sie das Gelände nicht bis zum 31.12. verlassen haben.

Für die Zukunft des Vereins zeichnet sich ein düsteres Bild ab. Derzeit laufen Verhandlungen über die Anmietung eines neuen Vereinsheims auf der Insel Riems, die Mitglieder werden sich aber neue Liegeplätze in Greifswald oder dem etwa eine halbe Autostunde entfernten Stahlbrode suchen müssen.

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