Schiffbau
Seglerinnen legen Kreuzer auf Kiel

470er-Crew eröffnet symbolisch die Bauphase für den zweiten Seenotrettungskreuzer der neuen 28-Meter-Klasse. Künftiger Heimathafen: Laboe

  • Uwe Janßen
 • Publiziert am 21.10.2015

Annika Bochmann und Marlene Steinherr vom Verein Seglerhaus am Wannsee, Mitglieder der Nationalmannschaft, haben auf der Fassmer-Werft mit einem symbolischen Akt die Kiellegung eines Seenotrettungskreuzers offiziell besiegelt. Die 470er-Seglerinnen brachten eine Gedenkmedaille des Landes Berlin nahe am Hauptspant in den Rumpf ein, die demzufolge bei jedem Einsatz der neuen „Berlin“ dabei sein wird.

DGzRS Annika Bochmann (l.) und Marlene Steinherr platzieren die Gedenkmedaille im Rumpf

Der Kreuzer ist das zweite Schiff der völlig neu konstruierten 28-Meter-Klasse, die nach und nach die bewährte 27,5-Meter-Klasse ersetzen wird. Das Typschiff, also das erste seiner Art, hatten die Seenotretter zu ihrem 150-jährigen Bestehen Ende Mai 2015 auf den Namen „Ernst Meier-Hedde“ getauft und auf Amrum stationiert. Die nun aufgelegte zweite Einheit der Klasse firmiert intern unter dem Kürzel SK 36 und soll zum Jahreswechsel 2016/2017 den alten Seenotrettungskreuzer namens „Berlin“ auf der Station Laboe ersetzen.

DGzRS Das Münzlager wurde mit einer Platte überschweißt, darauf die Baunummer der Werft (1875) für den Neubau (N.B.)

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller sagte: "Ich freue mich, dass die deutsche Hauptstadt ihre patenschaftliche Verbundenheit und ihren Respekt vor der Arbeit und für das bürgerschaftliche Engagement zum Ausdruck bringen kann."

Den Namen einer neuen Rettungseinheit geben die Seenotretter traditionell erst bei der Taufe bekannt. In diesem Fall machen sie eine Ausnahme: "Wir wünschen uns möglichst breite Unterstützung der Bevölkerung insbesondere aus Berlin, um den Neubau zu finanzieren", begründet Michael Schroiff, stellvertretender DGzRS-Vorsitzer.

DGzRS/Die Seenotretter Typschiff: Die „Ernst Meier-Hedde“ ist der erste Kreuzer der neuen Klasse, hier bei seiner Taufe

Der neue Kreuzer wird bis zu 24 Knoten schnell sein und über fast 4.000 PS verfügen. Er wird wie alle Rettungseinheiten der DGzRS im bewährten Netzspantensystem vollständig aus Aluminium gebaut, als Selbstaufrichter konstruiert und ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen finanziert. Ein dritter Seenotrettungskreuzer der gleichen Klasse soll im Frühjahr 2017 einsatzbereit sein.


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Themen: BerlinSeenotSeenotretter

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