Seenot

Segler vor Warnemünde verunglückt

Beim Segelbergen ist ein 42-Jähriger ins Wasser gefallen. Trotz sofortigen Mensch-über-Bord-Manövers konnte er nicht gerettet werden

Pascal Schürmann am 22.09.2015
Rostock

Der Unglücksort in der Warnemünder Ansteuerung

Erfolglos ist auf der Ostsee vor Warnemünde die Suche nach einem Mann verlaufen, der gestern gegen 14 Uhr von Bord einer Segelyacht ins Wasser gefallen war. Die Wasserschutzpolizei geht aufgrund der Schilderungen der Crew davon aus, dass der Verunglückte sehr schnell ertrunken ist. Er habe keine Rettungsweste getragen und sei auch nicht angeleint gewesen.

Als sich das Unglück ereignete, befand sich das Boot, ein in Charter laufender klassischer elf Meter langer Seekreuzer, von Gedser kommend in der Ansteuerung auf den Rostocker Seekanal. In einiger Entfernung vor den Molenköpfen barg die vierköpfige Crew die Segel. Dabei verlor der 42-jährige Hamburger offenbar die Balance und ging über Bord. Nur kurz habe er sich, außenbords am Rumpf hängend, noch am Seezaun festklammern können, dann sei er ins Wasser gerutscht und sehr schnell untergetaucht, gab ein ermittelnder Beamter gegenüber YACHT online die Schilderungen der Crew wieder.

Ein anderes Crewmitglied habe zwar versuchen wollen, den Überbordgegangenen zu greifen, als sich dieser noch am Seezaun festhielt. Doch der Verunglückte habe den Relingsdraht losgelassen, bevor der Helfer zur Stelle gewesen sei. Die sofort eingeleitete Q-Wende und das Ausbringen einer Rettungsleine habe gleichfalls keinen Erfolg mehr gezeigt, der Mann sei zu rasch untergetaucht. Auch die Besatzungen der umgehend alarmierten Boote der Seenotretter, Feuerwehr und Wasserschutzpolizei konnten den Verunglückten nicht ausfindig machen.

Zum Zeitpunkt des Unglücks herrschten nach Auskunft der Polizei bei 4 bis 5 Windstärken und einigermaßen ruhiger See ideale Segelbedingungen. Das sei auch so von der sehr erfahrenen Crew bestätigt worden. Diese habe sich während des Unglücks dem ersten Anschein nach seemännisch korrekt verhalten. Schlussendlich müsse man wohl von einem tragischen Unfall ausgehen, verursacht aufgrund einer "gefährlichen Routine", wie es der ermittelnde Beamte ausdrückte. Und weiter: "Hätte der Mann eine Rettungsweste getragen, wäre er vielleicht noch am Leben."

Pascal Schürmann am 22.09.2015

Das könnte Sie auch interessieren


Fotostrecken

Neueste Downloads

Yachttests


Reise-Reportagen


Ausrüstung


Gebrauchtboottests


Neue Videos


Aktuelle Artikel bei YACHT online