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Segler von Fischer aus der Adria gerettet

Plötzlicher Wetterumschwung brachte Segelteam in Lebensgefahr

  • Mathias Müller
 • Publiziert am 03.09.2003

Am Montagmorgen sind der Laubheimer Horst Wurm und sein Großneffe Christian nach über zwölf Stunden Seenot aus dem Wasser der Adria gerettet worden. Die beiden Verunglückten wurden von der Besatzung eines Fischerbootes zufällig entdeckt und dann aufgenommen.

Am Sonntagnachmittag wollte der 65 Jahre alte Horst Wurm mit seinem Großneffen Christian, der in Bad Waldsee lebt, ein paar Stunden Segelspaß auf der Adria erleben. Am Lido-del-Sole-Strand in Bibione bei Venedig ließen die beiden ein etwa vier Meter langes Boot zu Wasser. Das Amüsement entwickelte sich jedoch schon bald zum Horrortrip. Nach zwei Stunden schlug das Wetter plötzlich um. Erst fegte ein Gewitter von Land heran, vor dem sie auf die offene See flüchteten. Dann fiel die Bora mit Gewalt aus östlicher Richtung ein und verwandelte das ruhige Adria-Wasser in ein tosendes Meer.

Die italienische Küstenwache schickte zwar schnell alle verfügbaren Schiffe aufs Wasser, um die gefährdeten Segelsportler zu warnen oder zurück an Land zu holen, Horst Wurm und seinen Neffenl konnten die Beamten jedoch nicht finden. Die waren unterdessen mehrfach gekentert, und jeder weitere Aufrichtversuch des Schiffs, dessen Mast bei der zweiten Kenterung gebrochen war, landete nur immer wieder im Wasser. Zwischenzeitlich klammerten sich die beiden Segler, die Gott sei Dank Rettungswesten trugen, an den Kiel ihrer Jolle und harrten aus. Letztlich gelang es ihnen jedoch wieder ins Boot einzusteigen, und mithilfe eines Schleppankers (ein Teil des gebrochenen Mastes), kontrolliert vor den Wellen abzulaufen. Gleichwohl trieben sie mit dem Boot auf die Adria hinaus.

Bei Einsetzen der Dunkelheit hatten die italienischen Mitarbeiter der Küstenwache die deutschen Urlauber noch nicht gefunden und mussten die Suche abbrechen. Erst am nächsten Morgen konnten die Italiener mit Hubschraubern und Schiffen der Küstenwache weitersuchen - ohne Erfolg.
Nur ein Zufall rettete die Verunglückten letztlich vor dem sicheren Tod.

Rund sechs Seemeilen vom Hafen Caorle entfernt wurden sie am nächsten Morgen von dem Schifferboot "Elisa" entdeckt. Vom Strand ihres Zuwasserlassen waren die beiden mittlerweile rund 40 Kilometer weit weggetrieben worden. "Vor allem Horst Wurm war äußerst erschöpft", erklärte ein Sprecher der Küstenwache nach der Rettung. Wurm selbst hatte während seiner Untersuchung im Krankenhaus von Caorle später erklärt, dass die Kälte und der Durst das Schlimmste gewesen seien, während er und sein Großneffe auf Rettung gewartet hätten. Außerdem habe ihn das wiederholte Kentern des Bootes entmutigt. Schon nach wenigen Stunden und einer gründlichen Untersuchung konnten die beiden Verunglückten wieder von ihrer Familie begrüßt und zur Ferienunterkunft mitgenommen werden.


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Themen: AdriaFischerHamburgerRettungSeenot

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