Vulkanausbruch
Die Folgen der Katastrophe im Pazifik

Ascheregen und ein verheerender Tsunami gingen mit dem Vulkanausbruch auf Tonga einher. Berichte von zu Schaden gekommenen Seglern liegen bislang nicht vor

  • Pascal Schürmann
 • Publiziert am 20.01.2022
Zum Fürchten: Die Bilder von der gewaltigen Eruption des Vulkans auf Hunga-Tonga-Hunga-Ha'apai gingen um die Welt Zum Fürchten: Die Bilder von der gewaltigen Eruption des Vulkans auf Hunga-Tonga-Hunga-Ha'apai gingen um die Welt Zum Fürchten: Die Bilder von der gewaltigen Eruption des Vulkans auf Hunga-Tonga-Hunga-Ha'apai gingen um die Welt

Government of Tonga Zum Fürchten: Die Bilder von der gewaltigen Eruption des Vulkans auf Hunga-Tonga-Hunga-Ha'apai gingen um die Welt

Bald eine Woche nach dem Ausbruch des Vulkans in Tonga ist der Pazifikstaat immer noch weitgehend abgeschnitten vom Rest der Welt. Über die Lage im Inselstaat geben Satellitenbilder Auskunft sowie Informationen, die von Rettungseinheiten im Rahmen von Überflügen über die Inseln in den zurückliegenden Tagen gesammelt wurden. Demnach sind auf den dem Vulkan nächstgelegenen Inseln ganze Dörfer unter Ascheschichten versunken oder von heftigen Flutwellen fortgespült worden. Von drei Toten war bislang die Rede. Die Unterwasserseekabel sind offenbar infolge der Eruption gerissen, der Flughafen Tongas war tagelang nicht nutzbar. Die Vulkaninsel selbst versank bei Ausbruch im Meer.

Entsprechend sind auch Informationen über oder von Seglern aus der unmittelbar betroffenen Pazifikregion rar. Die deutsche Langfahrtsegler-Vereinigung Trans Ocean teilt mit, dass sich ihre Stützpunktleiterin von Tonga gemeinsam mit ihrem Mann derzeit in Deutschland aufhalte und selbst noch keine Verbindung in ihre Heimat aufnehmen konnte.

Auch dem World Cruising Club, Veranstalter von Segelrallyes in aller Welt und Betreiber von Blauwasser-Seiten im Internet, liegen offenbar noch keine Informationen von Seglern im Pazifik vor. Die Noonsite-Homepage verweist bislang lediglich auf öffentliche Nachrichtenquellen, die über die Naturkatastrophe berichten.

Die Auswirkungen des Vulkanausbruchs vom vergangenen Freitag waren in nahezu allen Pazifik-Anrainerstaaten zu spüren. YACHT-Mitarbeiterin Karen Eriksen in Sydney berichtet, dass an der Ostküste Australiens Strände aus Angst vor einem größeren Tsunami geschlossen und die Bewohner zweier vorgelagerter Inseln in höhere Lagen evakuiert worden waren. Passiert sei aber nichts, lediglich etwas höhere Wellen seien registriert worden. Die höchste vor Norfolk Island habe 1,27 Meter erreicht.

Etwas stärker waren die Auswirkungen in Neuseeland. Dort erwischte es den nördlich von Auckland gelegenen Hafen von Tutukaka, der sich im Scheitel einer Bucht befindet. Zunächst ist das Wasser offenbar aus der Bucht herausgesogen worden, bevor es mit Macht zurück strömte. Mehrere Stege, Pontons und Boote kamen dabei zu Schaden.

Schlimmeres ist in Neuseeland aber offenbar nicht passiert. YACHT-Autorin Sabine Willner, die mit ihrem Mann gegenwärtig Neuseeland auf dem Landweg bereist, während ihre "Atanga" in Whangarei in einer Werft an Land steht, berichtet: "Befreundete Segler, die in der Bay of Islands ankerten, erzählten zwar von ungewöhnlichen Strömungen. Es sei seltsam, aber nicht beängstigend gewesen."

Auch von den entfernteren Südsee-Regionen wie Französisch-Polynesien oder Fiji kann Sabine Willner hinsichtlich der dortigen Langfahrtszene Entwarnung geben. Der YACHT sagte sie: "Alle Segler, die wir dort gefragt haben, schrieben uns, dass es ruhig geblieben sei. Selbst ein Zyklon, der zeitgleich für drei Meter Welle und Regengüsse sorgte, bereitete den Seglern vor Ort wohl nur eine unruhige Nacht. Und die anderen Inselstaaten haben Corona-bedingt noch immer Einreiseverbote, sodass sich dort kaum Segler aufhalten."

Bis auf die andere Seite des Pazifiks, an die Küsten Amerikas, schafften es die Flutwellen. Sowohl aus den USA wie auch unter anderem aus Peru gibt es Berichte von vereinzelten Überschwemmungen mit teils beträchtlichen Schäden. Regionen wie beispielsweise die Küste Kaliforniens kamen hingegen unversehrt davon; die dort vorgelagerten Inseln nahmen den Wellen die Kraft. In der Bay Area beispielsweise hätten US-amerikanischen Segelmedien zufolge die Bootsfahrer einen perfekten Tag auf dem Wasser verbracht. Anderswo seien hingegen Steganlagen überschwemmt und hie und da auch Boote mitgerissen worden.

Die Eruption des Vulkans war eine der größten in der jüngeren Menschheitsgeschichte. James Garvin, Chef-Wissenschaftler der Nasa, schätzt die dabei entstandenen Kräfte auf zehn Megatonnen ein. "Das ist das 500-fache der Sprengkraft der Hiroshima-Atombombe." Darüber hinaus sei es das ohrenbetäubendste Ereignis der letzten hundert Jahre gewesen und das zweitlauteste seit Menschengedenken. Der US-Geophysiker Michael Poland sagt, der mit dem Vulkanausbruch einhergehende Knall sei noch in Alaska zu hören gewesen. Ein lauterer Knall sei bislang nur bei einem Vulkanausbruch im Jahr 1883 in Indonesien registriert worden.


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