Wetter

Segler auf Stettiner Haff gekentert

Starke bis stürmische Westwinde haben den Seenotrettern am Wochenende vor allem auf den Ostseerevieren reichlich Arbeit beschert

Pascal Schürmann am 25.07.2011
Kutter in Not

Segelkutter im Schlepp der Seenotretter

Die Besatzung der DGzRS-Station Ueckermünde rettete am Samstagnachmittag auf dem Stettiner Haff sechs Menschen aus Seenot. Die zwischen 30 und 50 Jahre alten Segler waren außenbords gefallen, nachdem ihr offener Segelkutter bei Windgeschwindigkeiten über 30 Knoten (über 50 km/h) und sehr kurzen, harten Seen gekentert war.

Die Seenotretter befanden sich mit ihrem schnellen Festrumpfschlauchboot "Dora" auf Kontrollfahrt und waren schnell zur Stelle. Sie retteten drei Mann der insgesamt siebenköpfigen Crew aus dem Wasser, ein im Revier fahrendes Sportboot nahm einen vierten auf. Die drei restlichen Segler versuchten zunächst, den Kutter wieder aufzurichten. Ihr Boot hatte jedoch reichlich Wasser übernommen und so kaum noch Freibord. Die "Dora" nahm es deshalb in Schlepp.

Wenige Stunden darauf alarmierten Spaziergänger am Strand der Lübecker Bucht telefonisch die Seenotleitung Bremen der DGzRS. Zwei Segler kenterten immer wieder mit ihrem Katamaran. Sie kamen nicht mehr gegen den stark böigen Westwind an. Das Seenotrettungsboot "Crempe" der Station Neustadt lief sofort aus. Nachdem ein zweiter Katamaran einen der Segler an Bord genommen hatte, brachten die Seenotretter den anderen und das Boot sicher an den Strand von Haffkrug.

Bereits am späten Freitagabend kam das Seenotrettungsboot "Hertha Jeep" von der Station Stralsund einem Schleppzug im südlichen Hiddenseefahrwasser zu Hilfe. Ein Schlepper war mit einem Motorboot im Schlepp unterwegs von Hiddensee in eine Werft nach Barth. Bei westlichen Winden um sieben, in Böen neun Beaufort (bis 88 km/h Windgeschwindigkeit), hohem Seegang und schlechter Sicht wegen Starkregen kam der Verband nach Südosten in den Kubitzer Bodden ab und fuhr sich auf steinigem und sandigem Grund bei etwa einem Meter Wassertiefe fest.

Dem Sturm zum Opfer fiel auch der Störtebeker-Opti-Cup auf Helgoland. Die Organisatoren, die bis zuletzt gehofft hatten, wenigstens am Sonntag Wettfahrten ausrichten zu können, mussten die Rennen letzten Endes absagen. Die Frachter, die die Boote auf die Insel bringen sollten, konnten angesichts der hohen Dünung in der Elbmündung nicht von Cuxhauven aus auslaufen.

Ebenso ist das Regattaprogramm der Travemünder Woche reichlich durcheinander gewirbelt worden (Näheres dazu siehe unten aufgeführte Artikel.)

Pascal Schürmann am 25.07.2011

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