Seenot
Seglerin vor Travemünde gerettet

Eine 74-jährige Seglerin konnte am gestrigen Mittwochabend auf See vor Travemünde wiederbelebt werden, nachdem sie am Ruder ihrer Yacht zusammengebrochen war

  • Ursula Meer
 • Publiziert am 30.09.2021
Schnelle Hilfe: Seenotrettungsboot "Erich Koschubs" (Archivfoto) Schnelle Hilfe: Seenotrettungsboot "Erich Koschubs" (Archivfoto) Schnelle Hilfe: Seenotrettungsboot "Erich Koschubs" (Archivfoto)

DGzRS Schnelle Hilfe: Seenotrettungsboot "Erich Koschubs" (Archivfoto)

Es war kurz nach sieben Uhr am gestrigen Abend, als die 74-Jährige unvermittelt am Ruder einer 13-Meter-Yacht leblos zusammenbrach. Ihr Ehemann setzte sofort einen Notruf ab. Zum Unglückszeitpunkt befand sich das Boot auf Höhe des Brodtener Steilufers etwa zwei Seemeilen nördlich vor Travemünde.

Bis zum Eintreffen des in Travemünde stationierten Seenotrettungsbootes leitete ein Notfallsanitäter über Funk eine zweite an Bord befindliche Seglerin bei den Maßnahmen zur Wiederbelebung an. Die Seenotretter übernahmen dann die Reanimation. Noch auf See kam kurz darauf ein Team des Landrettungsdienstes hinzu, das von einem Lotsenboot zur Yacht gebracht wurde.

Nach dem Einsatz eines Defibrillators seitens der Seenotretter konnten Puls und Atmung bei der Patientin festgestellt werden. Nach weiteren medizinischen Maßnahmen durch die Notärztin stabilisierte sich ihre Lage.

Inwieweit die Erste-Hilfe-Maßnahmen der Crew der Segelyacht bereits lebensrettend waren, lässt sich zwar nicht feststellen. Jedoch: „In diesem Fall, in dem jede Minute zählte, wurde vieles richtig gemacht“, sagte DGzRS-Sprecher Christian Stipeldey. „Es wurde sofort ein Funkspruch mit allen wichtigen Informationen zur Lage abgesetzt, der einen schnellen Einsatz und eine Beratung der Crew an Bord ermöglichte.“

Neben den Funkkanälen 16 und 70 empfiehlt Stipeldey allen Skippern, auch auf dem Mobiltelefon die Rufnummer der Seenotretter (0421 536 870) in der Kurzwahl zu speichern und die App SafeTrx zu installieren. In der Seenotleitung ist der medizinische Dienst stets besetzt und kann per Funk oder Telefon Anweisungen zu Erste-Hilfe-Maßnahmen geben.

Auf allen Booten der Seenotretter werden sogenannte automatisierte externe Defibrillatoren mitgeführt. "Wenn man den Anweisungen der Stimme im Gerät folgt, kann man nichts falsch machen“, so Stipeldey.

Defibrillatoren gehören mittlerweile auch zur Standardausrüstung in vielen Häfen, mitunter findet man solch ein Gerät, das nicht viel größer ist als ein DIN-A4-Blatt, auch an Bord von Yachten. Eine Anleitung, wie ein Defi benutzt wird, findet sich etwa hier.

Hersteller Defibrillator für den Bordgebrauch

Der Fall zeigt einmal mehr, dass Segler grundsätzlich in der Lage sein sollten, Erste Hilfe zu leisten. Wie man die häufigsten an Bord vorkommenden Verletzungen versorgt, zeigen wir in diesem Artikel (hier klicken).


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