Havarien
Seenot binnen und buten

Zwei Bootskenterungen in Sturmböen / Segler gerettet

  • Pascal Schürmann
 • Publiziert am 15.09.2009

Etwa eine Seemeile vor Kühlungsborn an der Ostsee ist gestern Morgen der siebeneinhalb Meter lange Gaffelkutter „Puisie“ (Bj. 1965) aus Rostock gekentert und gesunken. Unweit von Wasserburg auf dem Bodensee war bereits am Wochenende ein Jollenkreuzer vollgelaufen. In beiden Fällen konnten die Crews gerettet werden.

Nur noch ein Stück vom Bug und der Klüverbaum ragten aus dem Wasser, nachdem die "Puisie" beim Durchzug einer Regenfront von einer Sturmbö der Stärke 7 bis 8 aufs Wasser gedrückt worden und gesunken war. Die beiden Segler an Bord, die sich in der Ostsee treibend am Bug festklammerten, hatten Glück im Unglück: Der Kapitän eines Fahrgastschiffes hatte sie durch Zufall entdeckt und die DGzRS alarmiert.

Bei schwerem Seegang mit Wellengang von zwei bis drei Metern gelang es den Rettern, nahe genug an die beiden heranzumanövrieren, ihnen Leinen zuzuwerfen und sie an Bord zu ziehen. Die Geretteten gaben an, dass sie wegen des schweren Wetters im Hafen von Kühlungsborn Zuflucht hatten suchen wollen.

„Die beiden haben unwahrscheinliches Glück gehabt“, sagte DGzRS-Vormann Kulack. Außer dem Fährschiff sei zu diesem Zeitpunkt kein Schiff vor Kühlungsborn draußen gewesen. Von Land aus hätte man den Notfall in den schweren Regenschauern nicht sehen können. "Wäre der Kapitän nicht so aufmerksam gewesen, wären die Schiffbrüchigen nicht bemerkt worden.“

Glück hatten auch drei Segler aus Wasserburg am Bodensee. Bereits am Samstagabend waren sie zwei Kilometer vor dem Hafen mit ihrem 20er-Jollenkreuzer gekentert. Die Crew trieb mit Rettungswesten im Wasser und klammerte sich an den gekenterten Rumpf.

Nachdem Vor- und Großsegel geborgen worden waren, konnte der Jollenkreuzer wieder aufgerichtet werden. Das Boot war allerdings derart vollgelaufen, dass es gerade noch an der Wasseroberfläche schwamm. Es wurde am Polizeiboot gesichert und die drei Segler an Bord genommen.

Alle Besatzungsmitglieder blieben unverletzt. Am Jollenkreuzer entstand Sachschaden. Ursache für die Kenterung war wahrscheinlich ebenfalls eine plötzlich einfallende Bö.


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Themen: BodenseeDGzRSHavarienJollenkreuzerKenterungKühlungsbornOstseePuisieSeenotWasserburg

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