Untersuchung
Seemannschaft in digitalen Zeiten

Ein Projekt der Technischen Universität Berlin erforscht die Auswirkungen moderner Navigations-, Informations- und Kommunikationsmethoden

  • Uwe Janßen
 • Publiziert am 27.07.2015

YACHT / N. Krauss Der Plotter liefert pausenslos präzise Informationen. Verleitet das zur Nachlässigkeit?

Die YACHT hat das Thema "Digitale Demenz" in Heft 3 dieses Jahres als Titelgeschichte aufgegriffen, Anlass war die Havarie des Teams Vestas beim Volvo Ocean Race: Trotz vorzüglicher Bedingungen, modernster Software und professioneller Crew war die dänische Yacht auf ein kartiertes Atoll gerauscht. Die Grundsatzfrage, die sich daraus ergab, lautet: Wenn ein Skipper alles Erdenkliche ins Digitale auslagert, Positionsbestimmung, Wetterinformationen, Kurshalten und dergleichen – welche Auswirkungen hat das auf die Anforderungen an Schiffsführung? Also: Wie definiert sich gute Seemannschaft bei allgegenwärtiger Verwendung digitaler Hilfsmittel? Es ist, insbesondere auch für den Fahrtensport, ein hochspannendes Thema.

Die Technische Universität Berlin widmet sich diesen Fagen nun aus wissenschaftlicher Perspektive. Den August über bereist die Forschungsleiterin Prof. Dr. Gisela Müller-Plath mit einer Studenten-Crew die Ostsee zwischen Rügen und der Dänischen Südsee. Dabei werden Versuche an Bord durchgeführt ("Evaluation des Mensch-Maschine-Systems, bestehend aus Steuermann und Navigationsgerät") sowie Befragungen von Skippern in den Häfen bezüglich ihrer Erfahrungen mit elektronischen Navigationsmedien. Um eine möglichst aussagekräftige Studie erstellen zu können, wünschen sich die Forscher eine rege Teilnahme der von ihnen in den Häfen angesprochenen Skipper.


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Themen: Digitale DemenzSeemannschaft

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