Ant Arctic Lab
Sedlacek verschiebt Weltumsegelung um ein weiteres Jahr

Die Sturmschäden an seinem Boot sind zu groß, der Zeitplan des Projekts ist nicht mehr einzuhalten. Der Wiener Extremsegler startet 2020 seinen nächsten Versuch

  • Tina Kielwein
 • Publiziert am 29.07.2019
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Ant Arctic Lab Sedlacek verschiebt Weltumsegelung um ein weiteres Jahr

Ant Arctic Lab Sedlacek auf dem Rückweg nach Les Sables d'Olonne

Nach einer stürmischen Nacht südwestlich von Irland ist der Wiener Extremsegler Norbert Sedlacek am gestrigen Sonntag in seinen Heimathafen in Les Sables d’Olonne zurückgekehrt, um die Sturmschäden an seinem Open-60-AAL zu beurteilen. Wie eine erste Schadensanalyse heute Morgen ergab, muss der Skipper für dieses Jahr die Segel streichen – nur sieben Tage, nachdem er zu seinem Weltumsegelungs-Projekt aufgebrochen war.

Wie das Projektteam von "Ant Arctic Lab" berichtet, sei die Einhaltung des ursprünglichen Zeitplans aufgrund diverser Schäden an der Yacht nicht mehr möglich. Haarrisse in der Salingsverbindung zum Mast erforderten eine eingehende Untersuchung aller betroffenen Teile. Und auch komplette Erneuerungen stünden aus: Diverse Montageteile am Bugspriet, die Genua sowie der Bugkorb seien von den Maßnahmen betroffen.

"In diesem Fall hat die Natur mal wieder bewiesen, dass sie letztendlich die Stärkere ist."

Wie Sedlacek YACHT online gegenüber mitteilte, sei das Team um Innovation Yachts zwar enttäuscht über den vorzeitigen Abbruch der Weltumsegelung, aber auch realistisch genug zu wissen, dass derartige Dinge bei einem solchen Projekt jederzeit passieren können.

"Das Zeitfenster für die Reparatur ist einfach zu klein. Es ist August, überall sind Ferien, Ersatzteile sind schwer zu beschaffen", so Sedlacek über die Entscheidung des Abbruchs. Die Möglichkeit, den Weltumsegelungsversuch trotz Schäden fortzusetzen, hielt der Skipper für unklug. "Im Worst Case hätte ich mit dem Boot irgendwo überwintern müssen. Das wäre nicht wünschenswert gewesen."

Innovation Yachts /B.Gergaud Weiter geht's: Der Open-60-AAL soll 2020 erneut zur großen Weltumrundung die Segel setzen

Den finanziellen Schaden für das Projekt, das aus privaten Mitteln finanziert wird, schätzt der Österreicher auf 50.000 bis 60.000 Euro. "Es ist sehr schade, klar. Es ist aber generell kein großer Druck da. Das Schiff läuft super, wir werden die Zeit gut nutzen und es weiter optimieren. Dann geht’s im nächsten Jahr wieder los."

Im Rahmen des "Ant Arctic Lab" wird Sedlacek demnach 2020 erneut versuchen, mit einem aus recycelbaren Materialien gefertigten Open-60-Derivat einhand, nonstop und ohne fremde Hilde 34.000 Seemeilen und fünf Ozeane zu durchsegeln. Schon im vergangenen Jahr hatte er solch einen Versuch gestartet, den er ebenfalls schon nach wenigen Tagen infolge von Schäden am Schiff hatte abbrechen müssen.

Über den modifizierten Open 60 von Innovation Yachts hat die YACHT ausführlich berichtet. Das Bootsporträt steht als Download zur Verfügung. In der YACHT-Ausgabe 16/2018 erfahren Sie zudem alles über den bisherigen Werdegang des Skippers. Das Heft ist im DK-Shop erhältlich.


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