Seenot

Schwere Havarien auf der Nordsee

Erst geriet vor Juist eine Segelyacht nach Wassereinbruch in Seenot, dann lief ein Schiff auf die Borkumer Nordküste auf. Die DGzRS kam beiden zur Hilfe

Tina Kielwein am 27.06.2019
Seenotretter_Wassereinbruch Juist
DGZRS/Die Seenotretter

Ein Juister Seenotretter stieg auf den Havaristen über, um den Wassereinbruch zu bekämpfen und die Schleppleine zu befestigen

Noch einmal mit dem Schrecken davongekommen – das dürften die Gedanken des Skippers sein, der am gestrigen Mittwoch um kurz vor 17:30 Uhr an Bord seiner knapp sieben Meter langen Yacht gemeinsam mit seiner fünfjährigen Tochter sowie einem Mitsegler in Seenot geraten war.

Bei Wind von 4 Beaufort und Strom gegenan war die Segelyacht in der Bantsbalje, einer Fahrrinne zwischen der Nordseeinsel Juist und dem Festland, in die Notlage geraten, als Wasser in den Rumpf eindrang. Die Seenotretter der Stationen Juist und Norderney sowie ein Tonnenleger, der sich in der Nähe der havarierten Segelyacht befand, wurden um Hilfe gebeten.

Als die Seenotretter Juist an der Unglücksstelle eintrafen, waren die Bodenbretter der Yacht bereits von Wasser überspült. Zunächst wurden die kleine Tochter des Skippers sowie ein Mitsegler unverletzt an Bord des Rettungsbootes genommen. Anschließend konnte der Wassereinbruch mithilfe einer mobilen Lenzpumpe unter Kontrolle gebracht werden. Die Yacht wurde sicher in den Juister Hafen geschleppt, wo sie zur Schadensuntersuchung mit einem Kran des ortsansässigen Segelclubs aus dem Wasser gehoben wurde. Eine offensichtliche Ursache für den Wassereinbruch konnte laut DGzRS an der Segelyacht bisher aber nicht gefunden  werden.

Segelboot strandet an Borkums Nordküste

Am Morgen nach der Unglücksnacht liegt das gestrandete Segelboot am Borkumer Strand  

Nächtlicher Hubschraubereinsatz an Borkums Nordküste

Für die Seenotretter folgte noch in der Nacht der nächste Einsatz. Über den Notrufkanal 16 meldeten sich zwei orientierungslose Segler einer knapp zehn Meter langen Yacht. "Wir konnten nur noch verstehen, dass sie ihr Boot verlassen müssen, weil es aufgelaufen war und sie fürchteten, dass es von der See zerschlagen würde", berichtet Michael Haak, Vormann eines der Seenotrettungsboote der Station Borkum.

Da die Segler anschließend nicht mehr auf Funksignale reagierten und mehrere nahegelegene Fischkutter kein Segelboot entdecken konnten, alarmierten Borkums Seenothelfer einen SAR-Hubschrauber der Deutschen Marine. Dieser suchte das Gebiet zunächst erfolglos aus der Luft ab.

Wie die Seenotretter berichten, herrschte zur Unglückszeit, um etwa 1:30 Uhr nachts, Wind aus Nordwesten von 5 Beaufort und Seegang von bis zu zwei Meter. Ein Fischkutter erspähte schließlich das havarierte Boot sowie dessen Crew, gestrandet am Rand der Seehundbank Borkum. Die beiden Segler konnten unverletzt nach Reede geflogen, die Segelyacht hingegen musste aufgegeben werden.

Tina Kielwein am 27.06.2019

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