Modern Classics 2016
Schneewittchen und die feschen Oldies

Über 50 GFK-Klassiker kamen zum bunten Programm an die Schlei. Preise bekamen das am besten erhaltene Boot und das mit dem meisten Potenzial

  • Kristina Müller
 • Publiziert am 12.09.2016

YACHT/Klaus Andrews Tradition bei Traumbedingungen: Mit der Geschwaderfahrt von Kappeln nach Maasholm begann der zweite Veranstaltungstag der Modern Classics 2016

Schade, schon vorbei: Zum zehnten Mal trafen sich am Wochenende Eigner von klassischen GFK-Yachten mit ihren Booten an der Schlei, zum seglerischen Oldtimer-Treffen – den Garmin YACHT Modern Classics powered by Gründl . 54 Klassiker waren angemeldet und kamen; sie alle wurden zwischen 1966 und 1990 gebaut. Die älteste schwimmende Teilnehmerin war die "Swantewit" von Heiner Kramer, eine Fähnrich 31, die vor 50 Jahren gefertigt wurde.

Sonne und eine leichte Brise verschafften den angereisten Crews zur Jubiläumsausgabe der Modern Classics ideale Bedingungen für das Programm beim Yachtzentrum Kappeln und in Maasholm. Im Hafen konnten die modernen Klassiker beim Open Ship besichtigt werden, außerdem wurden Workshops veranstaltet, beispielsweise zum Thema Osmose-Erkennung und -behandlung, zur GFK-Pflege und zu Navigationsthemen. Bier und Buffet am Abend boten den besten Rahmen, um sich bis in die späten Abendstunden auszutauschen und zu feiern.

YACHT/Klaus Andrews Volles Programm im Hafen: Workshops, fachsimpeln, Boote bestaunen

Auf dem Wasser ging, wer wollte, auf den Geschicklichkeits-Parcours und auf die Regattabahn. Dort segelte die "Kolibri" von Mario Möller nach Yardstick-Wertung auf Platz eins, eine Avance 24 aus dem Baujahr 1976. Bei den Aufgaben zum sicheren Bootshandling an drei Stationen mussten die Crews ihr seemännisches Können unter Segeln möglichst fehlerfrei beweisen: Beim Mann-Über-Bord-Manöver wollte Puppe "Bärbel" aus der Schlei gezogen werden, außerdem erforderte rückwärts durch ein Tor zu segeln volle Konzentration, ebenso das Lösen einer Logikaufgabe quasi im Vorbeisegeln.

YACHT/Klaus Andrews Ob "Bärbel" das gefallen hätte? An drei Stationen bewiesen die Crews seemännisches Geschick – hier das Bergen einer vermeintlich über Bord gegangenen Puppe

Für die Preisverleihung des Titels "Ostseeperle 2016" war die Urteilskraft der sechsköpfigen Jury gefragt. Bei der Bewertung geht es darum herauszufinden, welcher der GFK-Schätze am besten erhalten und gepflegt ist. Eine schwierige Wahl, denn viele der Bewerber präsentierten Yachten, die in puncto Pflege- und Originalzustand überzeugten und das Engagement der Eigner unter wie über Deck sichtbar machten. Die Bandholm 33 "Aurora" (1989), die Najad 34 "Laetitia" (1976) und die Swan 40 "Bellatrix" (1972) gehörten am Ende zum Favoritenkreis.

Schließlich erhielt die Swan den Titel – die Eigner, Ursel und Werner Schliecker, hatten ihr 44 Jahre altes Schiff in fast zwei Jahren Arbeit wieder nahezu in den Zustand  von einst gebracht. Besonders die Eignerin war sichtlich gerührt über die Auszeichnung. Doch auch die Träger des "Schneewittchen"-Preises für das Boot mit dem größten Refit-Potenzial und entsprechender Absicht des Eigners waren überrascht und glücklich – zumal sie das Schiff gerade erst erstanden und mit dem Segeln begonnen hatten: Für ihr 1974 gebautes IF-Boot erhielten Helge und Kirsten Haas samt Töchtern einen Refit-Gutschein.

Wer mehr über die segelnden Oldies erfahren möchte: Die Gewinnerboote in beiden Kategorien sowie die Nominierten für die "Ostseeperle" werden in der YACHT 22/2016 ausführlich vorgestellt.

Eine Übersicht aller Teilnehmerschiffe gibt es auf der Webseite der Modern Classics .


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