Nord-Ostsee-Kanal
Schleusenchaos in Brunsbüttel

Der Betrieb der großen Schleusen in Brunsbüttel wurde eingestellt. Der NOK bleibt damit bis auf Weiteres für große Schiffe gesperrt

  • Bendix Hügelmann
 • Publiziert am 07.03.2013

M. Müller Ein Folkeboot begegnet einem Frachter auf dem Nord-Ostsee-Kanal

Chaos am Nord-Ostsee-Kanal. Seit Mittwoch sind drei der vier vorhandenen Schleusen in Brunsbüttel außer Betrieb. Bis auf Weiteres bleibt die Passage des Kanals allen Schiffen versagt, die länger als 125 Meter und breiter als 20,5 Meter sind. Dies stellt eine erhebliche Differenz zur normalen Durchfahrtslänge von 235 Metern dar. Laut Wasser- und Schifffahrtsverwaltung muss nun ein Drittel der Schiffe, die sonst durch den Kanal fahren, den Umweg über Skagen nehmen. Damit entfällt für den Kanal 60 Prozent der Ladung.

Ministerpräsident Albig empört

Schiffen, die sich zum Zeitpunkt der Ankündigung am Mittwoch, den 6. März 2013 noch im Kanal befanden, wurde bis Mitternacht die Möglichkeit gegeben, sich ausschleusen zu lassen. Dann war Feierabend. Die Schleusentore seien zu marode, um einen fachgerechten Betrieb aufrecht erhalten zu können, hieß es von Seiten des verantwortlichen Wasser- und Schifffahrtsamtes in Brunsbüttel. Die Reaktion der Kieler Landesregierung auf die Ankündigung der Sperre folgte postwendend. "Ich bin entsetzt über diese Nachricht", ließ Ministerpräsident Torsten Albig aus  Frankreich verlauten, wo der SPD-Politiker derzeit die Partnerregion Pays de la Loire besucht. Mit dem Ausfall des Nord-Ostsee-Kanals verstopfe eine der wichtigsten Lebensadern der deutschen Wirtschaft, so Albig weiter. "Die Bundeskanzlerin ist aufgerufen, ihren Behörden endlich Dampf zu machen. Es gilt, Schaden von Deutschland abzuwenden."

Muss Ramsauer gehen?

Doch nicht nur aus der Opposition regt sich Ärger über den Ausfall der meistbefahrensten Wasserstraße der Welt. Karin Hesse, Leiterin von ver.di Nord, forderte in den Kieler Nachrichten personelle Konsequenzen auf Bundesebene. "Wer so grob fahrlässig mit einer wichtigen Einnahme umgeht, der sollte seinen Hut nehmen", so Hesse. Der kurzfristig auftretende Schaden wird sich laut ersten Schätzungen im zweistelligen Millionenbereich aufhalten. Wie hoch der langfristige, volkswirtschaftliche Schaden ausfallen wird, bleibt abzuwarten. Die Bauarbeiten zum Austausch von zumindest einem Schleusentor wurden bereits aufgenommen. Die Sperrung des NOK soll voraussichtlich bis Ostern andauern.


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Themen: AlbigAlbinBrunsbüttelNord-Ostsee-KanalpolitikRamsauerSchleuseSperrung

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