Corona-Krise

Schleswig-Holsteins Häfen öffnen morgen – die Regeln

Verschiedene Vorschläge führten zu Spekulationen über die "Exit-Strategie" aus dem Segel-Lockdown. Jetzt sind die neuen Regeln für Sportboothäfen amtlich

Lasse Johannsen am 03.05.2020
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YACHT/N. Krauss

Die Stege können sich nun bald füllen

Schleswig-Holstein hat seine »Landesverordnung über Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2« novelliert. Sie regelt nun in § 6 Absatz 8 und (ganz am Ende) der Begründung zu § 6 verbindlich, unter welchen Voraussetzungen die Sportboothäfen im nördlichsten Bundesland von den Liegeplatzinhabern ab morgen benutzt werden dürfen. Die Vorschriften schränken den Betrieb der Sportboothäfen weit weniger ein, als die Vorschläge der verschiedenen Experten es befürchten ließen. Ob das so bleibt, hängt nun davon ab, wie sie sich in der Praxis bewähren und ob sich die Benutzer der Sportboothäfen daran halten.

Die wichtigsten Regeln im Überblick

  • Das Kontaktverbot und die Hygieneregeln sind einzuhalten, es ist daher mit Personen aus dem eigenen Haushalt und/oder einer haushaltsfremden Person gemeinsam möglich, am Schiff zu arbeiten oder damit zu segeln.
  • Das Übernachten an Bord ist im Heimat- und Gasthafen erlaubt, wenn es über sanitäre Einrichtungen verfügt.
  • An- oder Abmelden ist weder im Heimat- noch im Gasthafen erforderlich.
  • An Land dürfen die Duschen nicht und die Toiletten nur tagsüber benutzt werden.
  • Es muss sichergestellt sein, dass die Besatzung im Infektionsfall binnen 24 Stunden wieder am Wohnort ist.
  • Chartern ist weiterhin nicht möglich, da die Einreise nach Schleswig-Holstein zu touristischen Zwecken weiterhin untersagt ist.

Die Bestimmungen der Landesverordnung im Wortlaut

§ 6 Absatz 8: Abweichend von Absatz 3 Nummer 8 dürfen die Sportboothäfen eingeschränkten Betrieb ermöglichen, sofern die Duschen und Gemeinschaftsräume, mit Ausnahme von Toilettenräumen, tagsüber geschlossen bleiben.

Begründung zu § 6 Absatz 8: Sportboothäfen dürfen im eingeschränkten Umfang wieder öffnen. Sowohl die Herstellung der Benutzbarkeit des Bootes (Transport aus dem Winterlager, das Kranen oder Slippen und die weiteren Maßnahmen, um das Boot seetüchtig zu machen), die Benutzung des Bootes als auch das Einlaufen in den Hafen und das Auslaufen aus dem Hafen ist erlaubt. Strom- und Wasserversorgung soll wieder gewährleistet sein. Im Übrigen gelten die Hygieneregeln nach § 9 und das Kontaktverbot nach § 2 Abs. 2 weiterhin. Einschränkungen gelten für den Betreiber des Sportboothafens im Hinblick auf die Duschen und Gemeinschaftsräume. Hier ist auf eine häufige Reinigung und Desinfektion zu achten. Eine Übernachtung auf dem Boot ist nur erlaubt, sofern es über sanitäre Einrichtungen verfügt. Die Toiletten des Sportboothafens dürfen nachts nicht benutzt werden und sind zu schließen.

Die anderen Bundesländer stehen diesen Lockerungen bisher nach

Mit den neuen Regeln hat sich Schleswig-Holstein quasi an die Spitze gesetzt. In Hamburg sind die Häfen nach wie vor für den Freizeitbetrieb geschlossen, in Mecklenburg-Vorpommern ist der Segelsport allein oder zu zweit wieder zulässig, auswärtige Segler dürfen aber noch nicht wieder einreisen.

Lasse Johannsen am 03.05.2020

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