Abenteuer

Russische Yacht holt Arktis-Rekord

Als erstes Segelschiff innerhalb einer Saison durch Nordost- und Nordwestpassage ohne Unterstützung. Törn hat 119 Tage lang gedauert

Pascal Schürmann am 04.10.2010

Die "Peter I." in einem Eisfeld während der Durchquerung der Nordostpassage

Fotostrecke: Russische Yacht holt Arktis-Rekord

Nach 119 Tagen auf See war es geschafft: Die Crew der unter russischer Flagge segelnden "Peter I." hat vergangene Woche die Umrundung des Nordpols erfolgreich beendet. Dabei stellte sie einen neuen Rekord auf.

Keiner anderen Yacht war es zuvor gelungen, sowohl die Nordost- als auch die Nordwestpassage innerhalb eines Sommers zu durchfahren und dabei keinerlei Eisbrecher-Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Ihren Erfolg verdanken die Russen zum Teil wohl auch den Folgen des Klimawandels. Forscher beobachten schon seit längerem einen immer stärkeren Rückzug des Packeises rund um die nördliche Polkappe. Dass in diesem Sommer nun die beiden Passagen nördlich von Russland und Nordamerika lange genug eisfrei waren, um die Strecke an einem Stück zu absolvieren, stellte ein Novum dar.

Mit einer 60-Fuß-Yacht waren die Russen am 4. Juni in St. Petersburg aufgebrochen. Zunächst umrundeten sie Skandinavien und erreichten im Juli Murmansk. Von dort brachen sie am 16. Juli auf und segelten ostwärts. Am 20. September schließlich erreichten sie das Ende der Nordwestpassage.

Insgesamt legte die "Peter I." während ihrer Reise 9.023 Seemeilen zurück, über 3.000 Seemeilen führte der Kurs nach Angaben der Crew durch teilweise dichte Eisfelder.

Die "Peter I." wurde 1992 in Magnitogorsk gebaut, um seinerzeit am Transatlantikrennen teilzunehmen, das zu Ehren des 500. Jahrestages von Columbus' Entdeckung Amerikas veranstaltet worden ist. Nach ihrer Rückkehr wurde die Yacht für Chartertörns umgerüstet, später nahm sie an diversen internationalen Seeregatten teil. 2009 erreichte sie einen zweiten Platz innerhalb ihrer Klasse beim Tall Ship Race.

Die leider nur auf Russisch verfügbare Internetseite der Expedition findet sich unter der Adresse www.rusarc.ru.

Pascal Schürmann am 04.10.2010

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