Weltumsegler

Rushhour am Kap Hoorn

Nach Jean Luc Van Den Heede hat auch Nonstop-Segler Marks Slats das berüchtigte Kap gerundet. Und auch Randall Reeves ist rum. Weitere Boote stehen kurz davor

Pascal Schürmann am 04.12.2018
Reeves am Kap Hoorn
figure8voyage.com

Randall Reeves am Kap Hoorn

Viel Betrieb herrscht momentan an der Südspitze Südamerikas. Sowohl die ersten Teilnehmer des Golden Globe Race als auch der Longue Route 2018 nähern sich der häufig sturmumtosten Landmarke oder haben sie bereits gerundet. Es ist das letzte der drei großen Kaps auf ihrem Nonstop-Törn um die Welt.

Als Erster hatte bereits vor geraumer Zeit und mit großem Vorsprung der Franzose Jean Luc Van den Heede den Pazifik achteraus gelassen und war wieder in den Atlantik gesegelt. Er befindet sich derzeit mit seiner "Matmut" fast schon auf Höhe von Uruguay. Sein ärgster Verfolger, der Niederländer Mark Slats, hat noch deutlich weiter südlich Feuerland an Backbord und in Kürze die Falklandinseln an Steuerbord.   

Ehen auf See

Den beiden am dichtesten auf den Fersen ist kein weiterer Golden-Globe-Regattateilnehmer, sondern die Einhandseglerin Susanne Huber-Curphey. Sie segelt mit ihrer "Nehaj" bei der Longue Route mit, der Konkurrenzveranstaltung zum Golden Globe Race. Die Deutsche befindet sich noch ein kurzes Stück nordwestlich von Kap Hoorn, das sie in den nächsten Tagen erreichen sollte.

Ihren Ehemann Tony Curphey, der mit eigenem Boot ebenfalls die Longue Route segelt, hat sie klar abgehängt. Der Gatte hat gerade erst die Südspitze Neuseelands passiert und somit den gesamten Pazifik noch voraus.

Die magische Acht

Dafür ist ein anderer Solosegler ebenfalls schon ums Kap Hoorn rum: Der US-Amerikaner Randall Reeves ist im Südatlantik und schlägt dort anders als die anderen Skipper aber keinen Nordkurs ein, sondern geht weiter ostwärts.

Reeves war vor einigen Wochen in Kalifornien aufgebrochen, um nonstop eine Acht um Amerika und die Antarktis zu segeln. Es ist sein zweiter Anlauf. Beim ersten Mal hatte er wegen technischer Probleme in Feuerland einen Reparaturstopp einlegen müssen.

Reeves segelt im übrigen mit einem hierzulande vielen Seglern noch bekannten Schiff: Seine "Moli" ist die ehemalige "Asma" von Langfahrtsegler Clark Stede, der seinerzeit mit dem Boot unter anderem einen spektakulären Versuch unternahm, die Nordwestpassage zu durchqueren.

Die wilden Alten

Und noch eine inzwischen berühmte Seglerin nähert sich langsam, aber unaufhaltsam Kap Hoorn: die Britin Jeanne Socrates. Sie hat inzwischen mehrere gescheiterte, als auch erfolgreiche Nonstop-Einhand-Weltumsegelungen im Kielwasser, will es nun aber noch einmal wissen. Im Oktober löste sie nahe Vancouver die Leinen ihrer "Nereida". Gelingt es ihr erneut, einhand und nonstop um die Welt zu segeln, wäre sie der älteste Mensch, der das jemals geschafft hat. 

Es sei denn, Stanley Paris macht ihr einen Strich durch die Rechnung. Er ist älter als Socrates und ist dieser Tage mit seiner bei Knierim gebauten "Kiwi Magic" ebenfalls zu einem erneuten Einhand-Nonstop-Weltumsegelungsversuch gestartet, und zwar von Florida aus. Ein vorangegangener Versuch war schon auf Bermuda gescheitert.

Zunächst setzt Paris auch jetzt wieder offenbar Kurs auf Bermuda, um dann von dort die Rekordrunde um die Welt in Angriff zu nehmen. 

Positionen 4_12_2018

Die Positionen am 4. 12. 2018

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Pascal Schürmann am 04.12.2018

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