Rekordfahrt

Rund Antarktis und Amerika in einer Tour

Randall Reeves hat es geschafft! Als erster Mensch ist er im Rahmen eines Törns einhand erst rund um die Antarktis und dann um ganz Amerika gesegelt

Pascal Schürmann am 15.10.2019
R. Reeves
R. Reeves7figure8voyage.com

Randall Reeves an Bord von "Moli"

Geplant war eigentlich, die Tour um die beiden Kontinente nicht nur einhand, sondern auch nonstop zu bewältigen. Daraus wurde nichts. Vor seiner jüngst zurückliegenden Fahrt durch die Nordwestpassage musste der US-Amerikaner Randall Reeves, 57, einen Reparaturstopp in Halifax in Neuschottland einlegen. Von dort aus hangelte er sich dann in den vergangenen Wochen weiter nord- und dann westwärts, entlang der grönländischen und kanadischen Küste durch die berüchtigte Passage am Rande der Arktis.

Randall Reeves am Kap Hoorn

Randall Reeves zum zweiten Mal am Kap Hoorn

Nur wenige Monate zuvor hatte er da bereits die Antarktis umrundet. Gestartet war Reeves vor einem Jahr in San Francisco. Von dort ging es südwärts, um schließlich das erste Mal um Kap Hoorn gen Osten zu segeln. Vorbei an Südafrika und Australien immer im Bereich der Roaring Forties zog er seinen Kreis um den Südpol. Als er nach 110 Tagen Kap Hoorn das zweite Mal passierte, bog er danach Richtung Norden ab und nahm Kurs den gesamten Atlantik hinauf. 

Der letzte Teil war nur mit Stopps zu bewältigen

Bis zum Erreichen von Halifax in Neuschottland legte er die Route nonstop zurück. Danach absolvierte er die Nordwestpassage mit mehreren Zwischenhalten, unter anderem in Nuuk (Grönland), Cambridge Bay (Kanada) und Nome (Alaska).

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Magische Acht: Reeves' Route um die Welt

Mit Verlassen des Beringmeeres ging Reeves schließlich zurück auf Kurs Süd, um den letzten Bogen seiner "Acht" – sein Projekt hatte er Figure8Voyage getauft – zu vollenden. Am Samstag wird er nun unter gewaltigem Medienrummel unter der Golden Gate Bridge hindurchsegeln und in San Francisco festmachen. Fast 40.000 Seemeilen wird er im Kielwasser haben. Bereits am Wochenende hat er die Küste nur wenige Meilen nördlich der San Francisco Bay erreicht, um in Bodega Harbour sich und sein Boot auf den großen Auftritt vorzubereiten.

"Moli" hat Amerika schon Anfang der Neunziger umrundet 

Sein Boot, die "Moli", ist vielen älteren Seglern hierzulande noch gut bekannt. Es ist die 1989 bei Dübbel & Jesse gebaute 41-Fuß-Alu-Yacht, mit der Fotograf und Langfahrt-Abenteurer Clark Stede eine fast schon legendäre Reise absolviert hatte. Als erster Privateigner umrundete er mit dem Boot, das damals noch "Asma" hieß, 1991/92 gemeinsam mit Michelle Poncini sowohl Nord- als auch Südamerika.

Insbesondere die Durchquerung der Nordwestpassage, die seinerzeit keinesfalls schon jeden Sommer eisfrei war, geriet für Stede und seinen Partner dabei zu einer enormen Herausforderung. Zwei Tage lang musste die "Asma" gar als Decksfracht an Bord eines Eisbrechers transportiert werden, um nicht im Packeis aufgerieben zu werden.

Moli und Randall Reeves

Randall Reeves auf seiner "Moli", der ehemaligen "Asma" von Clark Stede

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Pascal Schürmann am 15.10.2019

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