Vendée-Arctique-Les Sables

Rückschlag nach Höhenflug: Herrmann ohne Großsegel unterwegs

Einen Tag lang war er sogar Spitzenreiter im neuen Nordatlantik-Rennen. Doch am achten Tag auf See muss der 39-Jährige den Kampf um einen Podiumsplatz aufgeben

Tatjana Pokorny am 11.07.2020
Vendée-Arctique-Les Sables
Team Malizia

Der in zwei Teile gebrochene Schlitten des Großsegel-Kopfbretts der "Seaexplorer – Yacht Club de Monaco"

Er war so vielversprechend unterwegs, hatte die Flotte der nach drei vorherigen Ausfällen 17 im Rennen verbliebener Imocas am Freitag sogar lange angeführt. In dritter Position liegend, nur wenige Meilen hinter den Führenden, musste Boris Herrmann nun am heutigen Samstagvormittag mit einem Großsegel-Problem seine Hoffnungen auf einen Podiumsplatz aufgeben.

Vendée-Arctique-Les Sables

Nicht lustig: Boris Herrmann hält das obere Teil des gebrochenen Headboard Cars in Händen, das die Lasten des Großsegels aufnehmen muss

Das ist einerseits bitter für den Wahl-Hamburger, der bei dieser Premiere auf imposante Weise zeigen konnte, wo sein überarbeitetes Boot und er selbst vier Monate vor dem Start der Vendée Globe stehen. Andererseits sagte Herrmann: "Ich bin auch dankbar, dass dieses Problem jetzt und hier aufgetaucht ist und nicht in der Vendée, irgendwo bei den Kerguelen oder sonstwo."

Boris Herrmann über sein technisches Problem

Vendée-Arctique-Les Sables

"Seaexplorer – Yacht Club de Monaco" unter maximal gereffter Besegelung im Reparaturmodus

Herrmann kann sich erhobenen Hauptes aus dem Kampf um eine Top-Drei-Position im Nordatlantik-Konzert der Solosegler verabschieden, will das Rennen aber möglichst zu Ende bringen, wenn das technisch weiter machbar bleibt. Seinen Problemen mit der Aufhängung des Großsegels am Masttopp wird er auf See nur mit einer improvisierten Lösung begegnen können. Die Schäden sollten aber an Land bald zu reparieren sein.

Das Großsegel der "Seaexplorer – Yacht Club de Monaco" sei unerwartet runtergekommen, so beschrieb Herrmann das Materialversagen. Offensichtlich ist das Fallenschloss oder der Schlitten des Kopfbretts gebrochen und hat den Mechanismus außer Kraft gesetzt. Eine genaue Untersuchung im Basiscamp wird dem Wahl-Hamburger und seinem internationalen Team Malizia Aufschluss darüber geben, was an diesem Samstag auf dem 54. Breitengrad Nord passiert ist. Dort war die Spitzengruppe gerade mit Kurs auf die zweite Wegmarke Gallimard unterwegs, um dann den Start- und Zielhafen Les Sables d'Olonne anzusteuern.

Während Boris Herrmann entsprechend der Vorfälle langsam achteraus sackt, führt Jérémie Beyou auf "Charal" das Feld am Vormittag in einem Bug-an-Bug-Duell mit Kévin Escoffier auf "PRB" an. Thomas Ruyant auf "LinkedOut" und die Britin Samantha Davies auf "Initiatives – Cœur" machten dahinter mit sechs und sieben Seemeilen Rückstand Druck.

Hier geht es zum Tracker und den Zwischenständen.

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Die Zwischenstände am Samstagmorgen, dem achten Tag auf See. Da war Herrmanns Materialbruch gerade erst passiert …

Tatjana Pokorny am 11.07.2020

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