Einhandsegler
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Nach ihren Weltumsegelungs-Versuchen holen Henrik Masekowitz und Jan Hamester ihre Schiffe fast zeitgleich nach Hause. Einer ist dabei nicht allein an Bord

  • Kristina Müller
 • Publiziert am 05.05.2017
Es sollte nicht sein: Jan Hamester (l.) musste seine geplante Nonstop-Weltumsegelung im vergangenen Winter abbrechen, Henrik Masekowitz gut ein Jahr zuvor Es sollte nicht sein: Jan Hamester (l.) musste seine geplante Nonstop-Weltumsegelung im vergangenen Winter abbrechen, Henrik Masekowitz gut ein Jahr zuvor Es sollte nicht sein: Jan Hamester (l.) musste seine geplante Nonstop-Weltumsegelung im vergangenen Winter abbrechen, Henrik Masekowitz gut ein Jahr zuvor

Videmi Kommunikation/YACHT Nils Günter; Montage: YACHT Es sollte nicht sein: Jan Hamester (l.) musste seine geplante Nonstop-Weltumsegelung im vergangenen Winter abbrechen, Henrik Masekowitz gut ein Jahr zuvor

Schon so manche Parallele hat die zwei jüngsten Versuchen deutscher Segler gekennzeichnet, die einhand und nonstop um die Welt segeln wollten: Gleiches Ziel, gleicher Schiffstyp – und beide mussten aufgrund von Verletzungen am Bein bereits vor der Rundung des Kaps der Guten Hoffnung im Südatlantik aufgeben. Und nun wollen Jan Hamester und Henrik Masekowitz ihre Class 40s auch fast zeitgleich zurück nach Europa holen.

YACHT/N. Günter Henrik Masekowitz

Masekowitz ist mit seiner Akilaria "Croix du Sud" bereits unterwegs: Vor wenigen Tagen, am 29. April, hat er Antigua verlassen und segelt mit 6 bis 8 Knoten Kurs Nordnordwest in Richtung der Azoren – wieder einhand. In einer E-Mail von Bord schreibt er am 3. Mai: "Fange jetzt erst an, langsam Richtung Ost zu schwenken. Ganz schöner Bogen. Der Wind ist ausgesprochen launig, und das macht das Einhandsegeln echt anstrengend. Der Autopilot ist nicht unbedingt der beste Hoch-Am-Wind-Kollege und muss ständig an sich ändernde Windbedingungen justiert werden. Bislang sehr ruppig und sehr unangenehmes Gedonnere im Schiff. Ab morgen wird´s wohl besser."

Nachdem der Hamburger die Weltumsegelung nach einem Sturz vom Decksaufbau mit einem Bruch im Sprungelenk abbrechen musste, hatte er sein Schiff nach der Genesung im Frühjahr 2016 die rund 7500 Seemeilen lange Strecke zurück an die Elbe geholt. Im vergangenen Herbst war er dann mit der Atlantic Rally for Cruisers in die Karibik gesegelt – allerdings im Zweihand-Modus – und hat dort die Wintersaison verbracht. Im Februar 2017 verkündete er schließlich, dass er keinen weiteren Nonstop-Versuch unternehmen werde und sein Schiff verkaufen will – mangels Sponsoren für dessen Unterhalt und für Regattateilnahmen. "Leider ist die glückliche Zeit mit meinem Boot abgelaufen", schreibt der IT-Ingenieur auf seiner Facebook-Seite.

my.yb.tl/hmsailingblog Der Kurs der "Croix du Sud"

Klaus Andrews Jan Hamester auf seinem Class 40 "Roaring Forty"

Wie, wann und wohin es bei Jan Hamester losgeht, ist noch offen – sein Schiff, die Class 40 "Roaring Forty", liegt noch bei João Pessoa in Brasilien. Der Hamburger will sie gemeinsam mit seiner Freundin über die Azoren zurück nach Europa zu bringen. Nach Brasilien geflogen sind sie schon. Bereits im März sollte die Rücküberführung starten, hatte sich aber immer weiter verzögert. Auch Jan Hamester hatte seinen Versuch, als zweiter Deutscher nach Wilfried Erdmann allein und ohne Stopp um die Welt zu segeln, abrechen müssen: Nachdem sich eine Wunde am Bein auf dem Atlantik stark entzündet hatte, musste er in Brasilien operiert werden. Zur Genesung war auch er nach Deutschland zurückgeflogen und hatte sein Schiff vorerst zurückgelassen.

https://my.yb.tl/roaringfortyaroundtheworld Der Kurs der "Roaring Forty" bis nach Brasilien

Dass die Kurse der "Croix du Sud" und der "Roaring Forty" sich auf dem Weg in die Heimat kreuzen werden, ist eher unwahrscheinlich – verfolgt werden können die letzten aktuellen Positionen aber im Tracker von Henrik Masekowitz und Jan Hamester .


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Themen: Class40Henrik MasekowitzJan HamesterSolo nonstopWeltumsegelung

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