Bergung

Roald Amundsens "Maud" wird geborgen

Nach 85 Jahren auf dem Grund der kanadischen Cambridge Bay wird das letzte Schiff des norwegischen Polarforschers nun gerettet

Lasse Johannsen am 28.08.2015
Wrack der Maud

Erste Vorbereitungen für die Bergung des Wracks

Zugegeben, die Rettung kommt etwas spät, Forschungseinsätze wird es mit "Maud" nicht mehr geben. Aber als Museumsschiff soll sie sich noch eignen, wenn ihre Rücküberführung in den Heimathafen Oslo erst einmal erfolgt ist. So jedenfalls sehen es die ambitionierten Initiatoren des Projekts Maud returns home

Bergungsarbeiten

Bergungsarbeiten

Das Schiff hatte Amundsen über einen – gemessen an seinen Einsätzen – langen Zeitraum treu gedient. Amundsen, der in den Jahren von 1903 bis 1906 die Nordwestpassage bezwungen und 1911 den Südpol erreicht hatte, gab den Bau des 36 Meter langen und rund 12 Meter breiten Polarschiffes im Jahr 1916 bei Christian Jensen nahe Oslo in Auftrag. Bereits im darauffolgenden Jahr erfolgten Stapellauf und Taufe auf den Namen der norwegischen Königin.

Taufe mit Eis

Dass Amundsen für die Taufe Eis verwendete, hatte weniger mit der Namenspatin als mit dem proklamierten Verwendungszweck des Fahrzeugs zu tun. "You are made for the ice!", soll sein Taufspruch gelautet haben. Heute ist sicher, er hätte besser den üblichen Spruch vom Wasser unter dem Kiel aufgesagt.

Stapellauf der "Maud"

Stapellauf der "Maud"

Als der erste Weltkrieg zu Ende war, brachen Amundsen und seine Leute zur ersten Forschungsreise mit der "Maud" auf. Ihr Plan war, sich von der Beringstraße aus mit dem Packeis so dicht wie möglich an den Nordpol treiben zu lassen. Der wurde von dem Team auf diese Weise jedoch nicht erreicht. Dafür segelten die Männer erfolgreich durch die Nordostpassage. 1921 liefen sie dann Seattle an.

Vorbereitungen zur ersten Forschungsreise

Vorbereitungen zur ersten Forschungsreise

Pleite und Aus

Da die wirtschaftlichen Verhältnisse des Norwegers den Schiffsbetrieb irgendwann nicht mehr zuließen, geriet das Gefährt in andere Hände und sank 1930 im flachen Bereich der Cambridge Bay, sodass ein Teil des Schiffes herausragte.

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Das Wrack in der Cambridge Bay

Bereits vor einigen Jahren gründeten einige Enthusiasten um den Abenteurer und Künstler Jan Wanggaard die Initiative "Maud returns home". Nun machen sie Ernst. In den vergangenen Tagen wurde der sensible Prozess der Bergung des Wracks begonnen.

Historische Bilder von Amundsens Expeditionen

Lasse Johannsen am 28.08.2015

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