Havarie

Rettungseinsätze für Segler auf Nordsee und IJsselmeer

Aufgelaufen, schwer verletzt, Mast gebrochen: Mehrere Yachtcrews mussten am vergangenen Wochenende aus misslicher Lage befreit werden

Kristina Müller am 07.10.2019
Seenotretter
DGzRS – Die Seenotretter

Missliche Lage im Watt: aufgelaufen bei ablaufend Wasser

Es hätte ein schönes, verlängertes Absegelwochenende werden können – doch mehrere Crews auf der Nordsee und auf dem IJsselmeer waren am zurückliegenden ersten Oktoberwochenende auf Hilfe angewiesen.

Unfreiwillig aufgelaufen 

Am Freitag, 4. Oktober, war bei ablaufendem Wasser und kräftigem Ostwind mit 6 bis 7 Beaufort eine Yacht zwischen Langeoog und Bensersiel etwa 1,5 Seemeilen vor dem Hafen Langeoog im Watt aufgelaufen. Der zweiköpfigen Besatzung gelang es nicht, ihr Boot wieder freizubekommen.

Starker Wind drückte es immer weiter auf die Sandbank, sodass die Segler um kurz vor 19 Uhr über Funk einen Notruf absetzten. Sie befürchteten, dass aufgrund der Windstärke und entsprechendem Seegang das Boot beim nächsten auflaufenden Wasser leckschlagen würde.

Doch das Wasser war für das Seenotrettungsboot bereits zu weit abgelaufen, um noch nahe genug an das aufgelaufene Boot heranmanövrieren zu können. Mit einem Leinenschussgerät schoss die Rettungscrew daher Wurf- und Schleppleine zum Havaristen. Trotz des niedrigen Wasserstandes konnte die Yacht noch freigeschleppt werden und den Hafen mit dem Schreck davongekommen anlaufen. 

Mastbruch auf dem IJsselmeer

Ebenfalls am Freitagnachmittag verlor nach Angaben der niederländischen Seenotrettungsorganisation KNRM eine gut 13 Meter lange Yacht auf dem IJsselmeer ihren Mast. Die Havarie ereignete sich zwischen Stavoren und Enkhuizen.

An Bord waren vier Erwachsene und vier Kinder, die nicht verletzt wurden und auf ein Rettungsboot übersteigen konnten. Versuche, das Boot mitsamt des gebrochenen, halb an Deck liegenden, halb im Wasser hängenden Mast in den nächsten Hafen zu bringen, scheiterten jedoch. Der Mast wurde daher vollends gekappt, markiert und versenkt, um ihn später zu bergen. 

Es war bereits der zweite Mastbruch auf dem IJsselmeer binnen einer Woche. Schon am vergangenen Samstag hatte eine französische Crew auf einer Charteryacht den Mast verloren. Auch dabei blieb die Crew glücklicherweise unverletzt. 

Schwer verletzt an Bord

Schon am Mittwochabend, den 2. Oktober, funkte der Skipper einer Yacht etwa zehn Seemeilen nördlich der Insel Norderney Pan-Pan. Bei Nordwestwind um 6, in Böen bis 8 Beaufort, mit schwerem Seegang und Wellenhöhen zwischen zwei und drei Metern, hatte sich ein Segler der Crew unter Deck der etwa elf Meter langen Yacht schwere Verletzungen zugezogen.

Ein Notfallsanitäter übernahm die medizinische Funkberatung des Skippers, ebenso nahmen ein Seenotrettungskreuzer und ein Rettungshubschrauber Kurs auf die Yacht. Doch aufgrund der Wetterverhältnisse – mittlerweile war sie im Seegatt vor der Insel – war eine Übernahme des Verletzten auf See nicht durchführbar.

Der Skipper konnte die Yacht schließlich aus eigener Kraft in den Hafen von Norderney bringen, von wo das verletzte Crewmitglied ins Krankenhaus gebracht wurde.

Kristina Müller am 07.10.2019

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