Kuriosum

Rettungsaktion für Retter

Dass Schiffe vor der Nordseeküste auflaufen, gehört praktisch dazu, kein Problem. Aber wenn es die Sicherheitsexperten selber trifft, sind die Frotzeleien groß

Uwe Janßen am 23.05.2018
Retter
G. Bruns

Retter auf dem Trockenen: Für manche Schaulustige ein Ereignis, andere lassen sich beim Kiten nicht stören

Vor dem Hafen von Fedderwardersiel ist ein Boot aufgelaufen und hat einen Rettungseinsatz verursacht. Hoch und trocken auf dem Sand neben der Fahrrinne lagen: die Seenotretter selbst.

Sie hatten einer Segelyacht zu Hilfe kommen wollen. Keine große Sache, eigentlich: Ruth und Gerhard Bruns aus Butjadingen waren nach Maschinenproblemen festgekommen. Vom nahen Campingplatz hatten sich Urlauber mit zwei Schlauchbooten aufgemacht, sie bugsierten die Yacht wieder in tieferes Wasser, die Bruns nahmen unter Segeln Kurs auf den Hafen.

Retter

Die Crew des DLRG-Boots „Butenland“ kann nichts ausrichten

Auf dem Weg kamen ihnen die zwischenzeitlich alarmierten Retter mit der „Hermann Onken“ entgegen. Nach kurzer Besprechung lehnten die Segler ein Hilfsangebot ab, der Wind stand günstig, der Hafen war nah. Dann aber gerieten die Seenotretter selbst aus dem Fahrwasser und liefen auf. Das DLRG-Boot „Butenland“ eilte herbei, ebenso andere Sportboote. Aber sie schafften es nicht, die Seenotretter wieder flott zu kriegen.

Erst mithilfe des Fischkutters „Seestern“ konnte die "Hermann Onken" schließlich freigeschleppt werden, unter mittlerweile reger Anteilnahme der zahlreichen Beobachter.

Dass Schiffe in dem Tidenrevier auflaufen, gehört quasi zum Alltag. Ist nicht schlimm und passiert den Besten – nur dass es in diesem Fall ausgerechnet die Seenotretter traf, sorgte für erhebliche Frotzeleien in der Szene. 

Bruns hat die Aktion übrigens in einer Online-Fotogalerie dokumentiert.

Uwe Janßen am 23.05.2018

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