Havarien
Rettung in letzter Minute

Gleich mehrfach gerieten Segler in den vergangenen Tagen in Seenot. Neben dramatischen Fällen mit akuter Lebensgefahr gab es auch Kurioses

  • Michael Rinck
 • Publiziert am 29.04.2014

RNZAF Der Skipper macht mit Rauchsignalen auf seine Notsituation aufmerksam

Glück im Unglück hatte der Skipper der "Elkan". Die Fahrtenyacht war vorgestern vor der australischen Küste nahe Perth in Seenot geraten. Entdeckt wurde sie rein zufällig von einem Flugzeug der New Zealand Air Force. Das war eigentlich auf der Suche nach der verschollenen Maschine der Malaysia Airlines, als es die havarierte Yacht entdeckte. Die Flugzeugbesatzung wurde durch das Epirb-Signal der "Elkan" aufmerksam und konnte deren Position ausfindig machen, wie "The New Zealand Herald" berichtete. Bei der Rettung assistierte dann ein Hubschrauber der Küstenwache. Der barg den Skipper in letzter Minute ab, als die "Elkan" bereits so weit gesunken war, dass sich nur noch Aufbauten und Rigg über Wasser befanden.

Schon Anfang des Monats hatte ebenfalls eine Maschine der Royal New Zealand Air Force die Rettungsaktion eines in Seenot geratenen kanadischen Einhandseglers koordiniert. Dessen Yacht machte 600 Seemeilen südlich Rarotongas nach einem Sturm Wasser. Nachdem die elektrische Bilgepumpe versagt hatte, kam der Skipper mit dem Lenzen nicht mehr nach. Ein in der Nähe befindliches Handelsschiff konnte anhand der genauen Positionsbestimmung des Fliegers den Mann über die Lotsenleiter an Bord nehmen.

Schlimmer erwischt hat es am vergangenen Freitag die Besatzung der "Blue Pearl". Wie der "Guardian"  berichtet, sank die 49-Fuß-Beneteau-Oceanis eines britischen Ehepaars 1450 Seemeilen nordöstlich von Bermuda. Mit an Bord war ein weiterer Mitsegler sowie ein Hund. Die Crew musste lange in der Rettungsinsel ausharren, bevor sie dank ihres Epirb-Signals geortet und gerettet werden konnten. Ein Tanker barg sie schließlich ab. Zu allem Unglück für die Eigner kommt hinzu, dass ihre Yacht wohl nicht gegen Totalverlust versichert war.

CQ Rescue SOS-Schriftzug der gestrandeten Segler

Ein kurioser Fall kam der australischen Küstenwache am vergangenen Mitwoch unter. Laut "Yachting&Boating World " mussten fünf Segler von einer abgelegenen Insel vor der australischen Küste gerettet werden, nachdem sich ihr Sechs-Meter-Boot vom Anker losgerissen hatte. Die Mannschaft, die auf der Suche nach Austern gewesen war, legte mit Felsbrocken einen SOS-Schriftzug auf die Sandbank. Nachdem das herrenlos treibende Boot gesichtet und daraufhin die Küstenwache informiert worden war, konnte ein Helikopter das kreative Notsignal orten und die Gestrandeten wieder zum Festland nach Mackay bringen. Ihr Boot war bereits dorthin geschleppt worden. 


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Themen: HavarieRoyal New Zealand Air ForceSeenot

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