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Report Designtrends: Vision und Wirklichkeit

Wohin geht die Entwicklung im Bootsbau? Führende Konstrukteure und Werftchefs geben Antwort

Lars Bolle am 07.01.2008

Entwurf einer Zeydon 60, entwickelt von der BMW Group

Immer mehr Schiffe drängen in kürzerer Abfolge auf den Markt. Dadurch entstehen neue Nischen, neue Stilformen, neue Trends – während zugleich die Wertschätzung für Handwerk und Tradition wächst. Ein Widerspruch? Nur scheinbar. Wohin die Reise geht und warum Bewährtes auch im Design-Zeitalter seinen Platz hat, das ist Thema der Titelgeschichte im aktuellen Heft. Außerdem: Eine Leserumfrage zum Thema

Hier einige der Kernthesen der von der YACHT befragten Konstrukteure und Werftchefs:

Warum wird Design im Bootsbau immer wichtiger?

"Weil es immer mehr Wettbewerber gibt und sich die Neuheiten immer schneller abwechseln, ist Design der Schlüsselfaktor für Erfolg. Man kauft sich ein Segelboot nicht, um von A nach B zu gelangen, sondern weil es einen Lebens-traum erfüllt. Daher ist das Aussehen ungemein wichtig."

Jean François de Premorel, ehemaliger Marketingdirektor der Bénéteau-Gruppe, jetzt Berater für Strategische Produktplanung der größten Serienwerft der Welt

Wie können Serienschiffe noch günstiger werden?

"Dazu ist ein Umdenkprozess nötig, der wegführt vom Holz. Holz zwingt zu geraden, flächigen Formen. Dagegen lässt sich ein Ausbau mit Kunststoffteilen variantenreicher gestalten. Was bevorsteht, ist ein Systemwechsel. Wir verwenden heute in relativ einfachen Verfahren teure Baustoffe wie Mahagoni und Teak. Ich denke, wir sollten mehr Intelligenz in Entwicklung und Fertigung stecken und stattdessen günstigere Materialien einsetzen. Schaffen wir diesen Wandel, können wir bei Serienyachten noch ganz erhebliche Einsparungen erzielen: bei den Kosten wie beim Gewicht."

Marten Voogd, betreibt gemeinsam mit seinem Partner Alex Simonis das Design-Büro Simonis/Voogd. Die beiden zeichnen für Dehler, MaxFun und entwickeln daneben anspruchsvolle Einzelbauten.

Wie viel Volumen ist noch möglich?

"Wir sind im Bereich des Endpunktes. Vielleicht kann es noch einen winzigen Schritt weitergehen, viel Luft ist aber nicht mehr. Die modernen Fahrtenyachten sind in allen Dimensionen ausgequetscht."

Torsten Conradi, ist seit 1986 dritter Partner bei judel/vrolijk & co in Bremerhaven, einem der international renommiertesten Konstruktionsbüros (HanseYachts, Najad). Er war auch verantwortlich für das Rumpfdesign des deutschen America’s-Cup-Bootes GER 89

Weiterhin wird gefragt, ob es Retroschiffe bald auch in Großserie geben wird, welchen Zwängen Konstrukteure bei ihren Arbeiten unterliegen, wie viel schneller morderne Fahrtenyachten im Vergleich zu früher sind und wohin die Design-Reise künftig gehen wird. Die Antworten geben unter anderem Geord Nissen, Michael Schmidt, Marc-Oliver v. Ahlen, Birgit Schnaase, Hasso Hoffmeister, Jernej Jakopin, Friedrich Judel, Rolf Vrolijk und Luca Bassini.

Die YACHT interessiert auch Ihre Meinung! Diskutieren Sie mit. Was erwartet uns in den kommenden zehn Jahren im Boosbau? Und was ist darüber hinaus denkbar? Zum Forum...

Lars Bolle am 07.01.2008

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