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Regierungsfraktionen wollen den Wassertourismus und den Wassersport stärken

Deutscher Olympischer Sportbund und Deutscher Segler-Verband nehmen Stellung

  • YACHT Online
 • Publiziert am 04.06.2007

In einem gemeinsamen Antrag an den Deutschen Bundestag haben die CDU/CSU-Fraktion und die SPD-Fraktion 13 detaillierte Forderungen zur Stärkung des Wassertourismus und des Wassersports formuliert (Bundestagsdrucksache 16/5416 vom 23.05.2007).

Der Deutsche Olympische Sportbund und der Deutsche Segler-Verband begrüßen in ihren Stellungnahmen die parlamentarische Initiative und den weitaus größten Teil der praktischen Vorschläge. Der Deutsche Olympische Sportbund bedauert jedoch zugleich, dass die Forderungen nicht mit dem Wassersport abgestimmt worden sind. Daher spiegeln sie dessen Belange teilweise unzutreffend wider. Der Deutsche Segler-Verband geht in seiner Stellungnahme konkret auf die Punkte ein: Bei der geforderten „Unfalldatenbank“, die künftig einen besseren Überblick über die – im Vergleich zu anderen Bereichen außerordentlich niedrige - Zahl der Verkehrsunfälle geben soll, muss zwischen normalem Sportgeschehen, Sportunfällen und Verkehrsunfällen differenziert werden. Vorgänge des normalen Sportgeschehens, wie zum Beispiel eine gekenterte Regattajolle, die teilweise sogar Bestandteil der Ausbildung sind, dürfen nicht als „Verkehrsunfall“ bewertet werden. Dasselbe gilt für Vorkommnisse in sportlichen Wettbewerben, wie etwa Berührung von Booten, ein Mastbruch; ein Sportler, der über Bord geht; oder ein Fahrtensegler, der bei der Ausübung seines Sports auch mal eine Grundberührung haben kann, insbesondere wenn er in Gezeitengewässern, vielleicht sogar im Wattenmeer unterwegs ist, wo das sog. Trockenfallen seit Jahrhunderten zur Schifffahrts-Tradition gehört.

Die Regierungsfraktionen haben – entgegen früher bereits vorgetragener Empfehlungen der Sportverbände - nach wie vor einen Prüfauftrag aufgenommen, der sich auf die Einführung einer Kennzeichnungspflicht im Seebereich analog der Kennzeichnungspflicht im Binnenbereich bezieht.

Dieser Vorschlag wurde von Wassersportwirtschaftsverbänden und ADAC in einem gemeinsamen Positionspapier im letzten Jahr eingebracht und hat seitdem für erhebliche Unruhe und Falschmeldungen in einzelnen Yachtzeitschriften geführt. In Gesprächsrunden mit den Bundestagsabgeordneten Annette Faße und Hans-Joachim Hacker haben die Wirtschaftsverbände und der ADAC ihre Forderung damit begründet, dass die Wirtschaft Marktdaten über Eigner, Anzahl der Boote und deren Ausrüstung benötige.

Der Wassersport ist dem geschlossen mit der gemeinsamen schriftlichen Stellungnahme des Deutschen Olympischen Sportbundes vom 19. Oktober 2006 entgegen getreten. DSV-Generalsekretär Gerhard Philipp Süß hat in der Gesprächsrunde am 10. Januar 2007 ausführlich dargelegt, weshalb der Sport ein solches Zwangsregister ablehnt: Wassersportler wollen nicht, dass sie zum „gläsernen Menschen“ gemacht werden. Eine solche neue Kennzeichnungspflicht ist weder erforderlich noch sinnvoll, weil es im Seebereich die international einheitliche und weltweit gebräuchliche Kennzeichnung der Yachten mit Schiffsname ggf. Vereinskürzel und Heimathafen gibt. Die von deutschen Wirtschaftsverbänden geforderten Marktdaten können, wie in anderen Branchen auch, durch Marktstudien erhoben werden. Echte Sicherheits- oder gar Umweltprobleme, die ein Zwangsregister erfordern würden, sind in den zurückliegenden Jahrzehnten nicht bekannt geworden. Im Übrigen weist der Deutsche Segler-Verband auf die nicht zuletzt auch von der Touristikbranche gern genutzte kulturelle Bedeutung des Segelsports hin. Wunderschöne Yachten sind Highlights in jeder Hafenstadt. Der Segelsport ist imageprägender Faktor in vielen Binnen- und Küstenorten und Regionen. Wer Attraktivität und emotionale Begeisterung für schöne Schiffe weiter nutzen und fördern will, sollte berücksichtigen: Yachten haben Namen, nicht Nummern.

Den vollen Text aller 13 Forderungen der Regierungsfraktionen und weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite www.dsv.org des Deutschen Segler-Verbandes.

Hamburg, den 31. Mai 2007

Deutscher Segler-Verband
Gründgensstraße 18, 22309 Hamburg
Telefon: 040-632009-0
Ansprechpartner:
Gerhard Philipp Süß
Generalsekretär

- unter www.dsv.org finden Sie auch Trends – Events – Erfolge – Wissenswertes zum Segelsport


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