Wissenschaft

"Pinta" vermisst vor irischer Küste

Funkkontakt zur Roboter-Segelyacht abgebrochen / Autonome Atlantik-Überquerung gescheitert / Konkurrenz aus Frankreich sagte Start ab

Pascal Schürmann am 04.10.2010

"Pinta" kurz nach dem Start vor der Küste Westirlands

Sie sollte längst auf dem Weg über den Atlantik in die Karibik sein. Doch kurz nach dem Start vor der Küste West­irlands kam die von Wissenschaftlern der britischen Uni Aberyst­wyth entwickel­te „Pinta“ infolge eines Sturms ab vom Kurs.

Bis vergangene Woche sendete die autonome Roboter-Segelyacht immerhin noch Positionsdaten. Jetzt aber herrscht seit Tagen Funkstille.

Offenbar hielt schon nach kurzer Zeit der Bord­computer, der das Segelboot eigenständig steuern sollte, dem Wetter nicht stand. Das Boot bekam es nach wenigen Tagen auf See mit heftigen Stürmen zu tun. Über eine Satellitenverbindung sendete "Pinta" anfangs ausführliche Positionsreports. Damit war ebenfalls schnell Schluss.

Über ein zweites Tracking-System, das für den Notfall an Bord installiert war, übermittelte "Pinta" einige Tage lang immerhin weiter ihre Position. Während dieser Zeit irrte die für den Transatlantik-Törn umgebaute Kieljolle vom Typ Topper Taz bereits hoffnungslos vom Kurs abgekommen vor der westirischen Küste auf und ab.

Anfangs hoffte Projektleiter Dr. Mark Neal noch, dass „Pinta“ irgendwo wieder an eine Küste gelangen würde, wo man sie hätte bergen können. Mittlerweile aber scheinen sich die Befürchtungen bewahrheitet zu haben, wonach nun auch der Not-Tracker ausgefallen ist. Die letzte Positionsmeldung der "Pinta" datiert vom 29. September. Seitdem gibt es keine Spur mehr von ihr.

Positionsdaten bis zum 29. September. Der letzte Kurs der "Pinta" war Nordwest – Richtung Grönland!

Zwar waren auch zuvor schon einzelne Positionsmeldungen nicht empfangen worden. Aber nie über einen solch langen Zeitraum von mehreren Tagen. Dr. Neal hat inzwischen die Hoffnung aufgegeben, "Pinta" retten zu können.

Für den Ausfall auch des Not-Tracking-Systems gebe es mehrere mögliche Gründe, so Dr. Neal. Die Elektronik könne versagt haben, oder "Pinta" könne infolge rauer Seebedingungen oder auch nach einer Kollision mit einem anderen Schiff gekentert oder gesunken sein.

Mit dem Scheitern "Pintas" ist das für dieses Jahr angesetzte Rennen autonomer Segelyachten über den Atlantik vorzeitig beendet. "Pinta" wäre ohnehin das einzige Teilnehmerboot gewesen, nachdem ein französisches Konkurrenzteam kurz vor dem Start seine Meldung zurückgezogen hatte.

Weitere Infos siehe www.aber.ac.uk/en/cs/research/ir/robots/pinta/
sowie www.microtransat.org/2010.php

Pascal Schürmann am 04.10.2010

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