Golden Globe Race 2018
Pinnenbruch im Sturm wirft Co-Favoriten aus der Wertung

Schwerer Schlag für den bisher stark segelnden Franzosen Philippe Péché: Eine Havarie zwang ihn Freitagnacht zum Ablaufen, ein Anruf kostete ihn die Siegchance

  • Jochen Rieker
 • Publiziert am 13.08.2018
Golden Globe Race 2018 - Pinnenbruch auf "PRB" Golden Globe Race 2018 - Pinnenbruch auf "PRB" Golden Globe Race 2018 - Pinnenbruch auf "PRB"

GGR Golden Globe Race 2018 - Pinnenbruch auf "PRB"

Über Probleme mit ihrer Windfahnensteuerung klagen mehrere Soloskipper bei der Jubiläums-Regatta, die 50 Jahre nach dem legendären Sieg von Robin-Knox Johnston beim Golden Globe Race noch einmal nonstop um die Erde führt. Nun hat es mit Philippe Péché einen der Top-Favoriten erwischt.

Er hatte schon am Donnerstag gegenüber der Wettfahrtleitung mitgeteilt: "Windvane problems, on repair". Freitagmorgen verkündete er per Kurznachricht, dass er seine Selbststeueranlage wieder soweit geflickt habe, dass sie funktioniere. Doch der Fix hielt nicht lange.

yb.tl/ggr2018# Golden-Globe-Tracker – ein Kursknick zeigt Péchés Probleme

Mitten auf dem Südatlantik brach kurz darauf die Pinne in einer Front mit bis zu 50 Knoten Wind. Péché, der sich mit Jean-Luc Van Den Heede von Beginn an einen packenden Zweikampf geliefert hatte, musste alle Segel bergen und seine Rustler 36 "PRB" ruderlos treiben lassen. Ein Zacken in seinem Kursplot auf dem GGR-Tracker von Yellowbrick symbolisiert die dunklen Stunden, in denen er nichts weiter tun konnte als abwarten.

Inzwischen hat er zwar erneut eine Not-Pinne gebaut und ist wieder unter Segeln unterwegs. Doch er hat angekündigt, Kapstadt anlaufen zu müssen, um den Schaden dauerhaft reparieren zu können.

Weil der 56-Jährige während der Havarie nicht nur die Wettfahrtleitung informierte, sondern sein Satellitentelefon auch für ein privates Gespräch benutzte, was nach den strengen Regeln verboten ist, katapultierte er sich aus der Wertung fürs Golden Globe Race. Er führt jetzt in der Chichester-Klasse, eine Art "Golden Globe light" für all jene, die Hilfe in Anspruch nehmen müssen.

GGR Péché am Heck seiner Rustler 36 "PRB" – der Franzose zählt mit 300.000 Meilen im Kielwasser zu den Erfahrensten im Feld

Der Vorfall spielt Jean-Luc Van Den Heede in die Karten, der seinen Vorsprung deutlich ausbauen konnte. Er führt mit einem Polster von fast 600 Seemeilen vor dem Holländer Mark Slats – das entspricht bei den geringen Etmalen der teilnehmenden Yachten etwa einer Wochendistanz.

Von den ursprünglich 18 Solo-Skippern sind bisher drei ausgeschieden; zwei segeln in der Chichester-Wertung mit.


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Themen: Golden Globe Race 2018HavariePhilippe PéchéSturm

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