Windjammer

„Peking“ auf Kurs Hamburg

Seit den frühen Morgenstunden ist der legendäre Flying P-Liner auf dem Weg. Heute Abend soll er seinen Liegeplatz in Sichtweite der Elbphilharmonie erreichen

Pascal Schürmann am 07.09.2020
Überführung Wewelsfleth Hamburg PEKING 2020 THe_TOH_9634
Torsten Heller

Die "Peking" im Schlepp auf der Elbe

Momentan ist Mittagspause, gezwungenermaßen. Seit zehn Uhr ist die „Peking“ in Wartestellung im Twielenfleth, einer Ausbuchtung der Elbe in Höhe von Stade. Dort wartet der Windjammer auf die nächste Flut, um dann gegen 15.30 Uhr mit auflaufendem Wasser nach Hamburg einlaufen zu können. Gegen 17.30 Uhr wird das Schiff die Landungsbrücken passieren, kurz darauf die Elbphilharmonie. 

Los ging die Fahrt heute in der Frühe um kurz nach sechs Uhr. Da wurden an der Pier der Peters Werft in Wewelsfleth bei Glückstadt die Festmacher losgeworfen und die „Peking“ in Schlepp genommen. Mit maximal quer gebrassten Rahen wurde der imposante Viermaster durchs enge Störsperrwerk bugsiert, an beiden Seiten blieben gerade dreieinhalb Meter Platz.

Verfolgt wurde das Spektakel trotz der frühen Uhrzeit von unzähligen Schaulustigen, die sich am Sperrwerk eingefunden hatten. Danach ging es für die „Peking“ elbaufwärts, begleitet von einem kleinen Schiffskorso und dem lauten Hupen aus zahlreichen Schiffshörnern.

Fotostrecke: Erste Impressionen von der Überführungsfahrt der "Peking":

Torsten Heller, der heute Morgen mit dabei war, berichtet: „5.30 Uhr. Normalerweise schläft Glückstadt da noch. Doch heute Morgen war alles anders. Auf dem Weg zum Störsperrwerk bei Wewelsfleth ist es wie eine Sternfahrt: Von überall her leuchten Fahrradlampen durch die einsetzende Dämmerung.

Je dichter ich der Stör komme, umso mehr werden es. Menschliche Silhouetten zeichnen sich auf der Deichkrone ab. Am Unterfeuer Stör wende ich meinen Blick nach rechts. Und endlich, nach drei Jahren, in denen man den Baufortschritt erst nur ahnen, dann auch von Weitem verfolgen konnte, sieht man, wie sich die erleuchteten Masten der ,Peking‘ bewegen. Wie sich das Schiff in den Fluss dreht. Dem Sperrwerk näher und näher kommt. Wie vor der inzwischen geöffneten Brücke des Sperrwerks die Menschen dicht an dicht stehen. Wie der Schlepper ,Wulf 5‘ zum Vorschein kommt, überragt vom Bugspriet der ,Peking‘.

Ein Gänsehautmoment, unterbrochen nur vom Klicken der Kameraausauslöser ringsherum. Und schließlich schiebt sich langsam, ganz langsam, dieses gewaltige Schiff schön wie am ersten Tag gen Elbe. Vorn und hinten gesichert und gezogen von über die Toppen geflaggten Schleppern. Auf dem Strom empfangen vom lauten Tuten der Begleitschiffe. Rund 30 Freizeitboote, 20 Segler, 10 Motorboote sind zu zählen, als die ,Peking‘ ihren Bug gen Hamburg richten lässt. Und unter der Gösch, die Stolz auf dem Vorschiff weht, den ursprünglichen und zukünftigen Heimathafen anläuft.“

Den ganzen Morgen über sendete bereits der NDR live von Bord der „Peking“. Um 15 Uhr geht es weiter.

Hörenswert: der Podcast über die "Peking" vom Delius Klasing Verlag.

Pascal Schürmann am 07.09.2020

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