Revier
Ostseemarinas in den Schlagzeilen

Überraschende Entwicklungen bei den Großprojekten Hohen Wieschendorf und Hohe Düne. Initiatoren droht Ermittlungsverfahren. Die Hintergründe

  • Pascal Schürmann
 • Publiziert am 11.11.2010

YACHT-Archiv Yachthafen Hohen Wieschendorf

Die eine in der Zwangsversteigerung, die andere nun ebenfalls unter Verdacht, dass bei der Subventionsvergabe nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist: Die „Ostsee-Zeitung“ hat jüngst über teils besorgniserregende Ereignisse berichtet, die die beiden Marinas direkt beziehungsweise indirekt betreffen.

Die Marina Hohen Wieschendorf befindet sich bereits seit Jahren in der Zwangsversteigerung. Zweimal schon hatten in der Vergangenheit Interessenten den Zuschlag erhalten, doch jedes Mal stellten sich diese danach als zahlungsunfähig heraus. Nun hat dem Bericht der „Ostsee-Zeitung“ zufolge die Gläubigerbank, die Münchener Uni Credit, selbst ein Gebot beim zuständigen Amtsgericht Grevesmühlen abgegeben, und zwar über 3,1 Millionen Euro.

Damit wolle sich die Bank in eine bessere Verhandlungsposition bringen. Als Gläubigerin sei sie den gerichtlichen Abläufen unterworfen. Sollte sie hingegen den Zuschlag erhalten, könnte sie als neue rechtskräftige Eigentümerin selbst aktiv über die weitere Zukunft der Marina in der Wismarbucht entscheiden.

Zur Disposition dürfte ein kompletter oder teilweiser Verkauf des bislang spärlich vermieteten Yachthafens stehen. Zu dem gehört neben den Steganlagen auch eine bis heute leer stehende Ferienhausanlage. Die Bank selbst habe sich zu ihren Absichten nicht äußern wollen, eine Entscheidung werde ab in knapp drei Wochen erwartet, so der Zeitungsbericht.

YACHT/A. Fritsch Yachthafen Hohe Düne

Gegen den ursprünglichen Investor Michael Veit Iwanschitz war bereits 2003 ein Ermittlungsverfahren wegen Subventionsbetrugs in Gang gesetzt worden. Gleiches könnte womöglich bald auch den Initiatoren des Marinaprojekts Hohe Düne in Rostock-Warnemünde drohen.

Die Staatsanwaltschaft der Hansestadt ermittelt derzeit laut „Ostsee-Zeitung“ gegen den Chef des Wirtschaftsförderinstituts von Mecklenburg-Vorpommern Roland Gießelbach wegen des Verdachts der Beihilfe zum Subventionsbetrug in Hohe Düne. In den Yachthafen mit angeschlossenem Wellnesshotel seien bis 2005 Gelder in Höhe von 120 Millionen Euro geflossen, davon 50 Millionen Euro in Form von Fördermitteln.

Sollte sich der Verdacht bestätigen, so der Zeitungsbericht weiter, im Fall Hohe Düne Subventionen erschlichen zu haben, geriete auch der damalige Investor, die Odin-Gruppe unter dem Norweger Per Harald Lökkevik, in Erklärungsnot.


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