Bootsmesse
Optimismus am Bodensee

Gute Besucherzahlen, ernsthaftes Kaufinteresse: Die Interboot bestätigt den jüngsten Aufschwung im Yachtmarkt

  • Jochen Rieker
 • Publiziert am 22.09.2009

Interboot Gut besucht: Am Wochenende mussten manche Yachten wie etwa Bavarias neue Cruiser 32 (r.) oder die Océanis 54 von Bénéteau-Händler Segeln Sport Resch (l.) zeitweise gesperrt werden, so groß war der Andrang

Obwohl die Zahl der Aussteller geringer ist als im Vorjahr und viele Werften nur mit reduziertem Programm nach Friedrichshafen kamen: Der Auftakt der Messe am Bodensee verlief weit besser als erwartet.

Schönes Spätsommerwetter begleitete die ersten Tage der Interboot — eigentlich Bedingungen, die Aussteller fürchten, weil sie Segler eher aufs Wasser als in die Messehallen ziehen. Dennoch oder gerade deshalb: Bisher läuft es gut in der Zeppelinstadt.

Am Wochenende besuchten fast 35.000 Wassersportler diese erste Herbstmesse in Deutschland. Damit bestätigt die Interboot die Erfahrungen an anderen europäischen Standorten: Ob in Cannes, Oslo, Ellös oder Southampton — überall mehren sich die Zeichen, dass der Markt wieder anzieht.

Quer durch alle Bereiche zeigten sich Aussteller optimistisch — ob beim Fernglashersteller Steiner Optik oder Beschlagsexperten Pfeiffer Marine, bei Spezialwerften wie Speedwave oder Großserienproduzenten wie Bavaria, Bénéteau, Jeanneau, Hanse, Hunter, Laser.

Interboot Zuversichtlich: David Clavadetscher, Schweizerischer Bootbauer-Verband, Jürgen Tracht, Bundesverband Wassersportwirtschaft, Clemens Meichle, Verband der Bodenseewerften, Klaus Wellmann, Messe Friedrichshafen und Sprecher Wolfgang Köhle heute Vormittag auf der Interboot

„Die Krise ist bei uns nicht angekommen, die Betriebe sind alle gut ausgelastet“, berichtete Clemens Meichle, Geschäftsführer der Bodenseewerften, am Dienstag im Rahmen des Branchengesprächs auf der Interboot, die noch bis zum Sonntag, den 27. September läuft.

Die Mitglieder der Bodenseewerften sind vornehmlich Spezialisten, welche Einzelanfertigungen für Kunden bauen, die längerfristig planen. „Die Mentalität ist eher konservativ, da bläst einen nicht jeder Wind um“, erklärt Clemens Meichle den positiven Geschäftsverlauf, und er blickt optimistisch in die Zukunft: „Wir sind zuversichtlich, dass wir die Wirtschaftskrise ohne große Dellen überstehen, die Stimmung ist gut.“

Mit 32 Mitgliedsunternehmen ist der Verband am baden-württembergischen Ufer ein Netzwerk von renommierten Wassersportfirmen, die sich auf fachmännische Beratung, Serviceleistungen und die traditionelle Bootsbaukunst, aber auch auf die Herstellung sportlicher Kunststoffschiffe spezialisiert haben.

Jürgen Tracht, Geschäftsführer des Bundesverbandes Wassersportwirtschaft (BVWW), ist überzeugt: „Die Talsohle ist erreicht, es geht wieder aufwärts in der Branche.“ Und auch die Schweizer Bootsbranche zeigt sich mit dem laufenden Jahr zufrieden, wie David Clavadetscher, Geschäftsführer des Schweizerischen Bootbauer-Verbandes, erklärt.


Lesen Sie die YACHT. Einfach digital in der YACHT-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag

Themen: aufschwungBodenseeInterbootKonjunkturMesse

Anzeige