Verladung

Operation huckepack: Treffen sich 6 X-Yachten und ein Riese

Seltenes Spektakel vor Ærø: Wie X-Yachts auf offener See und und auf einen Streich sechs Boote in die USA verschiffen ließ

Jochen Rieker am 02.05.2018
X-Yachts Seven Star Yachttransport 2018 PR
X-Yachts

Wer schon einmal den Haderslev Fjord aufgekreuzt ist, weiß, dass an seinem Ende eine weithin bekannte und geschätzte dänische Werft ihren Stammsitz hat – und dass der Weg dorthin nicht nur gewunden ist, sondern auch an vielen Flachs vorbeiführt. Da kommt vielleicht ein kleines Kümo durch, aber sicher kein ausgewachsener Hochsee-Frachter.

Weshalb am Sonntag die Fracht zum Schiff kommen musste, nicht umgekehrt.

Die Fracht, das waren sechs X-Yachten mit Destination Newport/Rhode Island. Und die Aktion war ein logistisches Husarenstück. Denn das Verladen musste auf offener See stattfinden, südlich der Insel Ærø im Kleinen Belt. Dort wartete am Sonntagmorgen ein Frachter der bekannten Spezial-Reederei Sevenstar auf die Prozession von Haderslev.

Fotostrecke: Vom Haderslev Fjord auf große Fahrt – Bilder einer einmaligen Verlade-Aktion

Vor Anker liegend, lupfte die MS "Sampogracht" eine X nach der anderen aus ihrem Element – von der vergleichsweise kleinen XC-35 bis zur XP-55, zusammen gut und gern 4 Millionen Euro an Segelspaß. Der Kranführer setzte die im direkten Vergleich geradezu spielzeughaft anmutenden Preziosen sanft im Transportgestell ab. Die Mannschaft laschte die Yachten und verschweißte die Böcke untrennbar mit dem stählernen Deck. Pro Schiff dauerte das rund eine Stunde. Dann ging es ankerauf gen Süden, durch den Nord-Ostsee-Kanal und weiter nach Holland und Südengland, wo weitere Fracht wartet.

"Es war eine ziemliche Operation", sagt Torsten Bastiansen, verantwortlich für den Export bei der dänischen Werft. Terminbedingt musste das Rendezvous von Yachten und Frachter mehrfach verschoben werden, mussten die Zubringer-Crews und ein Begleitboot Tag um Tag in Bereitschaft bleiben – um schließlich auch noch den Sonntag eines Brückentags-Wochenendes zu opfern. Nur so ließ sich der Sammeltransport gewährleisten, der auch ein Beleg ist für die gute Auslastung der Werft. 

Ausgerechnet der Organisator selbst verpasste das Schauspiel. Torsten Bastiansen war am Donnerstag/Freitag mit der YACHT zum Test der neuen X 4.9 nach Palma gereist und am Wochenende auf seinem eigenen Boot unterwegs, der X-41 "Sydbank". Mit der segelte er, während die Aktion Huckepack lief, vor Kiel-Schilksee die Maior-Regatta, den Auftakt für die Seesegler. "Ich wäre wirklich gern dabei gewesen", sagt der X-Yachts-Manager. "Das war ja eine einmalige Aktion. So etwas haben wir noch nie gemacht." 

Was ihn am Ende getröstet haben dürfte: Er gewann mit seiner Crew in der Klasse ORC 1 und 2 vor der "Tutima" von Kirsten Harmstorf und Max Gurgels "X-Day", einer XP-44. So eine hatte übrigens auch die MS "Sampogracht" an Deck, als sie die Kieler Förde passierte. 

Jochen Rieker am 02.05.2018

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