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Oldtimer gesucht - Wer kennt einen 30-qm-Seefahrtkreuzer?

Suchaktion nach Seefahrtkreuzern aus der Mathias-Thesen-Werft aus den Jahren 1955 bis 1957

  • Petra Krumme
 • Publiziert am 31.01.2006

privat Der 30-qm-Seefahrtkreuzer "Vinela" im Jahr 1959

Die 15 Exemplare der 30-qm-Version der legendären Klasse wurden von den Konstrukteuren Klein und Jenzen gezeichnet. Sie sind aus Stahl gefertigt und segeln möglicherweise – umgebaut oder modernisiert – noch immer auf Binnenrevieren oder Meeren.

„Offensichtlich existieren auch heute noch Yachten aus dieser für die damaligen Verhältnisse beachtenswerten Bauserie. Ende August 2005 habe ich in Warnemünde die Yacht ‚Abigail’ als eine Vertreterin dieses Typs erkannt, aber keinen Eigner ermitteln können“, so YACHT-Leser Klaus Zapf. Er selbst lernte auf diesem formschönen Schiff segeln und umrundete damit Bornholm. Das Wiedersehen war ein Anlass, sich auf die Suche nach noch erhaltenen Oldtimern zu machen.

Von den Stahlschiffen wurden insgesamt 15 Stück erbaut. Wer von einem 30 qm-Seefahrtkreuzer weiß oder sogar Eigner ist, melde sich bei Klaus Zapf, Gehrenweg 63, 12526 Berlin, Tel. 030-6769367.

Abmessungen des 30 qm-Seefahrtkreuzers nach Klein und Jenzen:
Länge über Deck: 9,10 m
Länge in der CWL (Konstruktionswasserlinie): 6,25 m
Breite in der CWL: 2,20 m
max. Tiefgang: 1,35 m

privat

Die große Zeit der deutschen Seefahrtkreuzer nahm ihren Anfang nach dem ersten Weltkrieg. Für die Binnenreviere gab es bereits die Nationalen Kreuzerklassen des DSV: bewohnbare Regattaschiffe mit großer Segelfläche und filigranen Riggs. Doch gerade die Küstensegler wagten sich immer weiter auf die See hinaus, wofür die "Nationalen" zu gefährlich waren.

Von dem damaligen Gegenspieler des DSV, dem Deutschen Seglerbund, stammten bereits die Seekreuzer, stabilere, schwere Fahrtenschiffe. Auf dem Deutschen Seglertag 1927 in Wien zog der DSV nach und führte eine neue Klasse ein: die der berühmten Seefahrtkreuzer, wohlproportionierte und hochseetüchtige Yachten verschiedener Größen für die See, deren Regattaleistungen vergleichbar waren.

Diese Schiffe wurden anhand einer neuen Berechnungsformel gebaut: einem Kompromiss zwischen Grenzmaßformel und KR-Formel. Das heißt: die Konstrukteure mussten sich bei dem Versuch, möglichst schnelle Schiffe zu bauen, bestimmten Grenzmaßen unterwerfen. Schiffsbreite, Tiefgang, Freibord, Deckssprung und Kajütaufbau waren nach unten begrenzt, ein bestimmter Mindestwohnraum für Langfahrten war festgelegt. Takelungsart und Unterteilung der Segelfläche waren freigestellt. Es gab 30, 40, 50, 60, 80, 100, 150 und 250 qm-Kreuzer – und damit eine Revolution im Segelsport: Schiffstypen für fast jeden Geldbeutel.

"Im Ausland galten die Konstruktionen als das Schönste und Zweckmäßigste, was der moderne Yachtbau hervorzubringen hatte", schreibt Klaus Kramer in der YACHT (2/1996).

1952 wurde der Seefahrtkreuzer zur Altersklasse erklärt, und den unterschiedlichen Klassengrößen wurden KR-Einheitswerte zugeteilt. Damit wurden Einzelbauten immer seltener, die Zeit des Serienbaus begann.


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