Weltumsegelung

Nonstop rundum: Peter Conrad startet zweiten Versuch

Seine erste Weltreise war bereits kurz nach dem Start gescheitert - der Skipper hat seinem Deck einen Überzug verpasst und ist seit heute wieder unterwegs

Uwe Janßen am 07.08.2018
Peter Conrad
YACHT / K. Andrews

Heute Morgen ist Peter Conrad zum zweiten Mal ausgelaufen, um die Welt allein und nonstop zu umsegeln. Sein erster Versuch endete am 11. Juli nach nicht einmal einem Tag: Wasser im Schiff! In dem frühen Abbruch lag auch eine gewisse Tragik: Acht Jahre lang hette er sich intensiv darauf vorbereitet, zehn Monate waren für den Törn veranschlagt, und schon im Großen Belt lag sein großer Traum in Trümmern. Doch dreieinhalb Wochen später setzt der 48-Jährige sein Projekt nun fort. 

Peter Conrad

Im Leichenhemd: das mit Kunststoff überzogene Teakdeck  

Gleich in der ersten Nacht nach der Ausreise im Juli hatte Conrads 33-Fußer „Timshal“ in schwierigen Seegangsbedingungen übers Deck Wasser gemacht. Der Skipper, der sich bei einem Manöver zudem eine Verletzung am Schienbein zugezogen hatte, kehrte zurück nach Eckernförde und verpasste dem Teakdeck einen Kunststoff-Überzug. Dann machte er sich wieder auf den Weg, diesmal zudem mit Fußballspieler-Ausrüstung an Bord: Bei Decksarbeiten in schwerem Wetter will er nach seinen schmerzhaften Erfahrungen künftig Schienbeinschoner tragen.

Um etwas von der verlorenen Zeit wieder hereinzuholen, startete er nicht wie zuvor aus Eckernförde. Nach einer Überführung durch den Nord-Ostsee-Kanal begann der zweite Versuch in Cuxhaven.

Peter Conrad

Peter Conrad

Seit Wilfried Erdmann 1984/85 hat kein Deutscher eine Einhand-Nosnstop-Welumsegelung vollendet. In diesem Jahr gibt es gleich drei neue Versuche. TO-Preisträgerin Susanne Huber-Curphey ist mit Ihrer „Nehaj“ bereits von den USA aus aufgebrochen, und der Düsseldorfer Georg Schimmelpfennig befindet sich im Standby-Modus. Er will dieser Tage mit der Cumulant 36 "Hekla" in Bremerhaven auslaufen. Huber Curphey- und Schimmelpfennig starten im Rahmen der Retro-Regatta „La Longue Route“.

Vor seiner erneuten Ausreise erklärte Conrad im Gespräch mit der YACHT die Hintergründe des Vorhabens, seine jahrelange Fokussierung auf diesen Törn, die Ursachen für das Scheitern und seine ungebrochene Motivation. Das große interview lesen Sie in YACHT 18/2018. Das Heft ist ab dem 22. August im Handel.

Über den Fortgang der Reise berichtet Conrad in seinem Blog unter www.sytimshal.com.

Uwe Janßen am 07.08.2018

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