Darßer Ort

Never Ending Story: Nothafen wieder zu

Die Zufahrtsrinne ist erneut so stark versandet, dass der im Hafen stationierte Seenotrettungskreuzer einmal mehr nach Barhöft umziehen muss

Pascal Schürmann am 04.12.2014

Mal wieder völlig versandet: die Zufahrt zum Nothafen am Darß

"Aufgrund starker Eintreibungen/Versandung ist die dem Land Mecklenburg-Vorpommern zugehörige Zufahrt zum Nothafen Darßer Ort bis auf Weiteres für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Das Leitfeuer und die Molenfeuer werden bis auf Widerruf abgeschaltet. Die Tonnen 2 und 4 sowie die Tonne 'Darßer Ort 1' werden ersatzlos eingezogen."

Was sich in den "Bekanntmachungen für Seefahrer (BfS)", herausgegeben von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes am Anfang dieser Woche, so nüchtern liest, könnte im Falle eines Notfalles gravierende Auswirkungen haben. Denn damit ist der in der Region wegen seiner Lage innerhalb einer Naturschutzzone umstrittene Nothafen auch für den Seenotrettungskreuzer "Theo Fischer" nicht mehr zu erreichen. Er muss nach Barhöft ausweichen und dort Station beziehen.

Neu ist das alles nicht. Im Gegenteil. Die Zufahrt zum Hafen, der exponiert an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns auf der Halbinsel Fischland-Darß liegt, versandet immer wieder. Und genauso oft entbrennt dann ein erbitterter Streit zwischen Politik und Tourismuswirtschaft auf der einen sowie Umweltschützern auf der anderen Seite um die erforderliche Ausbaggerung der Rinne, damit der Fortbestand des Hafens gesichert werden kann. Zuletzt war im Juli 2013 gebaggert worden, nach vorangegangenem, monatelangen Auseinandersetzungen.

Theo Fischer

Rettungskreuzer „Theo Fischer“, eigentlich am Darßer Ort stationiert, derzeit im entfernten Ausweichquartier Barhöft

Damit sich das nun nicht zum x-ten Mal wiederholt, hat die Landesregierung eine Umweltstudie in Auftrag gegeben, die klären soll, ob und wie sich die Baggerarbeiten und der Betrieb des Nothafens auf die Naturschutzzone am Darß auswirken. Allerdings: Studien und Gutachten hat es ebenfalls in der Vergangenheit mehrfach gegeben; zu einer dauerhaften Einigung zwischen den verschiedenen Interessengruppen konnten sie regelmäßig nicht beitragen.

Problematisch ist das ewige Hin und Her nicht nur für Segler, die Darßer Ort als Anlaufstelle gut gebrauchen können. Auch der Seenotrettungskreuzer ist vom Nothafen schneller etwa an der berüchtigten Kadetrinne als von Barhöft aus. Der Anfahrtsweg verlängert sich von dort um gut eineinhalb Stunden. Im schlimmsten Fall könnte diese Verzögerung den Tod von in Seenot geratenen Menschen bedeuten.

Pascal Schürmann am 04.12.2014

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