Blauwasser

Neuseeland verweigert Seglern im Pazifik die Einreise

Die Zyklonsaison im Pazifik naht, viele Crews wollen dann in Neuseeland sein, doch das Land macht dicht. Eine deutsche Crew hat das Einreiseverbot missachtet

Kristina Müller am 29.09.2020
2013 Pazifik P1000111 Kopie
Crew der FREYDIS III

Seit Monaten hängen Wolken über den Paradiesen der Langfahrtsegler, wie im Südpazifik. Viele wollten die anstehende Zyklonsaison in Neuseeland verbringen, doch ausländische Crews dürfen nur in Ausnahmefällen einreisen

Nachdem sich im Frühsommer die Langfahrtszene in der Karibik Sorgen über den Verbleib ihrer Schiffe angesichts der herannahenden Wirbelsturm-Saison machen musste, trifft es nun die Blauwassercrews im Pazifik. Viele wollen derzeit von den südpazifischen Inseln weiter nach Neuseeland segeln. Doch die neuseeländischen Behörden verweigern ausländischen Crews die Einreise.

Das Problem ist das gleiche wie vor Monaten in der Karibik: Länder in Hurrikan-sicheren Gegenden haben neuerdings wegen der Corona-Pandemie mitunter geschlossene Grenzen für Segler.

Strikte Regeln

Yachtcrews dürfen nur in Ausnahmefällen, wie Seenot, oder aus humanitären Gründen einreisen. Der britische Ocean Cruising Club (OCC) hat daraufhin versucht zu intervenieren und die neuseeländischen Behörden kontaktiert, um Lösungen für die Anliegen von Hunderten von Yachtcrews zu finden, die auf eine Lockerung der strikten neuseeländischen Position hofften. Doch die Intervention des OCC blieb erfolglos.

Deutsche Crew festgesetzt

Wie die Zeitung "New Zealand Herald" berichtet, hat sich jüngst eine deutsche Crew nicht an die Regelungen gehalten und den Hafen von Opua dennoch mit der 16-Meter-Yacht "Anita" angelaufen. Die Crew hätte zwar eine Ausnahmegenehmigung beantragt, die Bewilligung aber nicht abgewartet. Dem Bericht zufolge wurden alle drei Crewmitglieder negativ auf Covid 19 getestet und festgesetzt. 

Neue Ziele gesucht

Auf der Suche nach Alternativen planen viele Langfahrt-Crews, in Reviere im Südpazifik auszuweichen, die ebenfalls nicht in der Zugbahn der Zyklone liegen. Dazu gehören etwa die Marquesas, die Austral-Inseln oder die Gambier-Inseln.

Die Infrastruktur für Yachten ist dort sicherlich wesentlich schlechter als in Neuseeland, was die oft für den dortigen Aufenthalt geplanten Refitpläne und auch die weiteren Reisepläne zahlreicher Crews infrage stellen wird.

Große Verärgerung

Der Unmut unter den Seglern im Südpazik ist groß. Zumal im Dezember der America’s Cup in Auckland stattfinden soll und auch Ausnahmeregelungen existieren, die unter anderem für größere Yachten gewährt wurden. Denn wenn umfangreiche Reparaturaufträge mit Werften vorliegen, kann die Einreise genehmigt werden.

Kristina Müller am 29.09.2020

Das könnte Sie auch interessieren


Fotostrecken

Neueste Downloads

Yachttests


Reise-Reportagen


Ausrüstung


Gebrauchtboottests


    ANZEIGE

    Weitere News und Angebote

Neue Videos


Aktuelle Artikel bei YACHT online