François Gabart

Neuer Solo-Rekord: 785 nm in 24 h

Der französische Ausnahmesegler pulverisiert die bisherige Bestmarke – muss für den Transatlantik-Rekord aber trotzdem noch zulegen

Jochen Rieker am 04.07.2016
"Macif" beim Start zum Transatlantik-Rekord in New York

"Macif" beim Start zum Transatlantik-Rekord in New York

Es scheint wie ein ehernes Gesetz zu sein: Wo François Gabart auch antritt, auf welcher Strecke, mit welchem Boot – am Ende ist er stets uneinholbar vorn. Mehr noch: Egal wie stark seine Gegner sind, der 33-jährige scheint immer noch zulegen zu können.

Das war bei der letzten Vendée Globe so, als er im "Matchrace" mit Armel Le Cléac'h die Oberhand behielt. Es war vergangenen Herbst bei der Route du Rhum so, im Mai beim The Transat Bakerly. Und auch jetzt – bei seinem Transatlantik-Rekordversuch mit dem Maxi-Trimaran "Macif" – hat er erneut gezeigt, welche Reserven in ihm und seinem Boot stecken. 

Am Sonntag, als alle Welt auf das EM-Viertelfinale zwischen Frankreich und Island gespannt war, stellte der Bretone eine neue 24-Stunden-Bestmarke auf: 785 Seemeilen einhand – ein Fabelrekord!

Erst einen Monat zuvor hatte Thomas Coville auf "Sodebo" den Spitzenwert für Solo-Skipper deutlich verbessert – auf 718,5 Seemeilen. Zuvor stand die Marke bei 682 Seemeilen, gehalten von keinem Geringeren als ebenjenem Armel Le Cléac'h, mit dem Gabart sich vor vier Jahren einmal um die Welt messerte. Ihn um mehr als 100 Seemeilen zu überflügeln, zeigt das ungeheure Potenzial Gabarts – und seine Unerschrockenheit. 

Gleichwohl muss der Mann, der Altmeister Michel Desjoyeaux zu seinen Förderern und Mentoren zählt, noch kämpfen, will er neben dem besten Etmal auch den eigentlich anvisierten Transatlantik-Rekord holen. Denn aktuell liegt er mehr als 150 Seemeilen hinter seinem Soll – der Position des amtierenenden Transat-Rekordhalters Francis Joyon.

Gabart segelt zwar fast durchweg schneller als sein virtueller Gegner und hat in den kommenden Tagen kontinuierlich gute Bedingungen für seine Fahrt. Er segelt aber weit südlicher und damit eine weitaus größere Strecke als Joyon.

Ungeachtet seines phänomenalen "Etappenerfolgs" – der neuen 24-Stunden-Bestmarke, die noch vom World Sailing Speed Record Council ratifiziert werden muss  –  hat der junge Franzose also einen weiterhin harten Ritt vor sich, bei dem er keinen Moment nachlassen darf. Aber das kann er ja. Dafür scheint er geboren zu sein. 

Hier geht es zum "Macif"-Tracker!

Jochen Rieker am 04.07.2016

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