Hochsee-Segeln

Neue Retro-Weltumsegelung geplant – diesmal mit Crew

Der Veranstalter des Golden Globe Race will 2023 ein Revival des Whitbread-Rennens von 1973 ins Leben rufen. Auch für Zweihand-Crews gibt es ein neues Format

Kristina Müller am 01.07.2019
Sayula II Whitbread Sieger 1974 16817_SW.jpg
YACHT-Archiv/J. Eastland

Historisches Vorbild: Die "Sayula II" gewann überraschend das erste Whitbread von 1973/74

Amateurregatten um die Welt scheinen im Aufwind: Gleich zwei neue Hochsee-Abenteuer über Atlantik, Indik und Pazifik sollen binnen der nächsten vier Jahre neu geschaffen werden.

Das "Ocean Globe Race": Whitbread reloaded

Ocean Globe Race

Ocean Globe Race: geplante Route 

Don McIntyre, australischer Initiator des gerade erst beendeten Golden Globe Race 2018/19 (GGR) gab heute bekannt, dass er eine weitere Retro-Weltumsegelung ausrichten will. Das Ocean Globe Race soll anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des ersten Whitbread Round the World Race von 1973/74 am 10. September 2023 starten.

Wie beim GGR sollen dabei der Geist und die technischen Möglichkeiten von damals im Fokus stehen. Teilnehmen dürfen maximal 30 Yachten, auf denen navigiert wird wie vor 50 Jahren: ohne GPS und Kartenplotter, ohne Gribfiles und Wetter-Routing, nur mit Sextant und Papierseekarte. 

"Das erhöht die Herausforderung für die Teilnehmer", sagt Don McInytre über das Konzept. "Die Genugtuung, so um die Welt zu segeln, ist dabei extrem hoch", so der Australier, der selbst bei der BOC-Challenge 1990/91 solo um die Welt segelte. 

Schiffe wie damals

In zwei Klassen sollen Yachten beim Ocean Globe Race an den Start gehen – alle in Anlehnung an Schiffe, die in den ersten drei Whitbread-Rennen starteten, dem Vorgänger des heutigen The Ocean Race, ehemals Volvo Ocean Race.

Beim ersten Whitbread gewann überraschend die Crew des Mexikaners Ramon Carlin

In der "Adventure"-Klasse dürfen GFK-Serienboote von 47 bis 56 Fuß starten, die vor 1988 konstruiert wurden, in der "Sayula"-Klasse (benannt nach dem Siegerboot von 1973), solche von 56 bis 66 Fuß. Darüber hinaus können in der "Flyer"-Klasse Yachten starten, die schon bei einem der ersten drei Whitbread-Rennen dabei waren. Auch weitere Yachten können auf Antrag zugelassen werden, so McIntyre.

Das "bezahlbare Abenteuer"

Er will mit dem Retro-Crew-Rennen um die Welt Amateurseglern ohne das Budget etwa für eine The-Ocean-Race-Kampagne die Möglichkeit bieten, eine Regatta um die Welt zu bestreiten. Schon mit etwa 325.000 Euro könne man eine Teilnahme realisieren. Vorgaben werde es bei der Qualifizierung und der Zusammensetzung der Crew geben, aber auch beim Sicherheitsequipment, das trotz des historischen Esprits des Rennens an Bord mitgeführt werden muss. 

Wie damals soll das Ocean Globe Race in vier Etappen um die Welt führen, der Starthafen ist noch nicht bekannt. Ab dem 10. September 2019 können sich interessierte Skipper anmelden, weitere Informationen gibt es auf der Webseite und in der Vorabversion der Ausschreibung. Die endgültige Version soll am 10. September 2020 veröffentlicht werden.  

Globe 40: im Duo auf Class 40 rundum

Auch in Frankreich wird unterdessen an einer neuen Um-die-Welt-Regatta geschraubt. Sirius Events, französischer Veranstalter von Regatten und Segelveranstaltungen, plant eine Zweihand-Route in Etappen um den Globus auf Class 40. Start soll im Sommer 2021 sein, die Weltumsegelung soll in Frankreich beginnen und nach acht Etappen wieder dort enden. Weitere Informationen gibt es auf www.globe40.com

Neues Konzept für Class-40-Crews, die um die Welt wollen: In acht Etappen rundum beim "Globe 40" 2021/22

Globe 40

Globe 40: geplante Route

Kristina Müller am 01.07.2019

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